Aktuelle Ausgabe der Wirtschaftswoche
Aktuelle Ausgabe der Wirtschaftswoche: Werbefilmchen für die EU Foto: JF
Medienlandschaft

„Wirtschaftswoche“ startet Werbekampagne für die EU

DÜSSELDORF. Die Wirtschaftswoche will künftig offenbar nicht mehr den Eindruck erwecken, sie berichte zu oft und zu kritisch über die EU. „Die Wirtschaftswoche bekennt sich in ihrer aktuellen Ausgabe auf dem Cover eindeutig zur Europäischen Union“, heißt es in einer Mitteilung der Zeitschrift.

„Dazu hat das Magazin neun der renommiertesten Werbeagenturen in Deutschland gebeten, für die Print- und Onlineausgabe der Wirtschaftswoche Imageanzeigen und –filme über den Wert der EU zu produzieren.“ Diese sollen die Leser daran erinnern, welche Vorteile eine EU-Mitgliedschaft mit sich bringe.

Agentur arbeitet bereits für die EU-Kommission

„Der Sinn der europäischen Integration wird derzeit so stark in Frage gestellt wie nie nach 1945. Nationale Interessen rücken wieder in den Vordergrund, und altgediente Vorurteile gegenüber Nachbarstaaten erwachen wieder zu voller Blüte. Das möchten wir nicht so stehen lassen“, sagte Chefredakteurin Miriam Meckel.

Die EU biete „handfeste ökonomische Vorteile für den Exportweltmeister Deutschland“, ist sich Meckel sicher. „Natürlich können wir die Probleme der Eurozone oder Brüssels Hang zur Bürokratie nicht verschweigen – aber manchmal sollten wir einen Schritt zurücktreten und die eigentlichen Errungenschaften der europäischen Einigung würdigen.“ Unter den Agenturen befindet sich auch „Scholz & Friends“, zu deren Kunden nach eigenen Angaben bereits die EU-Kommission zählt.

Linkskurs der „Wirtschaftswoche“

Unter ihrem früheren Chefredakteur Roland Tichy hatte die Wirtschaftswoche immer wieder kritisch über die Euro-Rettung berichtet. Tichy verließ das Blatt im September 2014. Die neue Chefredakteurin Miriam Meckel distanzierte sich vom Kurs ihres Vorgängers. Das Magazin wolle kein „Anti-Europa-Blatt“ sein. Sich gegen den Euro zu stellen bedeute auch, sich gegen die eigene Leserschaft zu stellen.

Meckel hatte zuvor unter anderem als Staatssekretärin für SPD-geführte Landesregierungen in Nordrhein-Westfalen gearbeitet. Zuletzt sprach sie sich für zeitlich begrenzte staatliche Zwangsquoten aus, um den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen. Seit Oktober 2014 leitet sie die Redaktion des ehemalig liberalen Magazins. (ho)

Aktuelle Ausgabe der Wirtschaftswoche: Werbefilmchen für die EU Foto: JF

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