HAMBURG. Weil er sich für „unsere Demokratie“ einsetzt, wird der Sänger Herbert Grönemeyer in diesem Jahr mit dem „Deutschen Nationalpreis“ ausgezeichnet. Mit der Verleihung wolle man „Herbert Grönemeyers außerordentliche künstlerische Leistung und zugleich sein überzeugendes Engagement für die Werte unserer Demokratie würdigen“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Nationalstiftung, Thomas Mirow (SPD).
„Sein stetiger Einsatz für eine offene, freiheitliche Gesellschaft und sein glaubwürdiges Plädoyer für soziale Gerechtigkeit haben ihn darüber hinaus für viele Menschen zum Vorbild werden lassen“, betonte Mirow. Zudem habe Grönemeyer „deutsche Popgeschichte geschrieben und damit einen wichtigen Beitrag zur Kultur unseres Landes geleistet“.
Grönemeyer beruft sich auf „Correctiv“
Zuletzt fiel der Sänger allerdings vor allem mit seinem politischen Engagement „gegen rechts“ auf. Auf einem Konzert in Dortmund im Februar bezeichnete er Andersdenkende als „rechte Ratten“. Fakt sei: „Wir sind eine stabile bürgerliche Gemeinschaft. Solidarisch, fest, klar und eindeutig. Und wir stehen zusammen, bis sie wieder in ihren Löchern verschwinden, wo sie herkommen.“
„Wenn Politiker schwächeln, ist es an uns, zu diktieren, wie eine Gesellschaft auszusehen hat!
Keinen Millimeter nach Rechts, keinen einzigen Millimeter!“
Herbert Grönemeyer
✊🏻❤️🔥🏳️🌈#ScheißAFD#AFDVerbotjetzt pic.twitter.com/HSxp9YjxD1— Omas* Gegen Rechts Leipzig 🌈🦄🏳️🌈 (@OmasGegRechtsLE) July 25, 2025
2024 rief er dazu auf, sich der „Brandmauer gegen rechts“ anzuschließen. „Gemeinsame Abstimmungen demokratischer Parteien mit der AfD, asylpolitische Verschärfungen und die aktuelle Correctiv-Recherche zu rechtsextremistischen Deportationsplänen machen deutlich: Die Brandmauer von demokratischen Parteien gegen rechts bröckelt enorm“, schrieb er auf Facebook.
Wahlempfehlung für „feministische Politik“
Auf der Kundgebung selbst sagte Grönemeyer, es sei „fünf vor zwölf“ in Deutschland. „Unsere Demokratie wird heftig angegriffen.“ Auch Wahlempfehlungen gab der Sänger damals. „Wählt den Fortschritt, wählt den Klimaschutz, wählt Armutsbekämpfung. Wählt Umverteilung, Lohnangleich zwischen Ost- und Westdeutschland, wählt den Schutz für vulnerable, für queere Rechte, für feministische Politik. Wählt Einwanderung, wählt ein starkes Europa“, appellierte er. Die Asylkrise und Masseneinwanderung 2015 hatte er als „Glücksfall“ für Deutschland gelobt (JF berichtete).
Die Deutsche Nationalstiftung wurde 1993 unter anderem von Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt gegründet. Nach eigenen Angaben will sie das „Zusammenwachsen Deutschlands fördern“ und setzt sich für „Toleranz und Völkerverständigung“ ein. Im vergangenen Jahr erhielten die BioNTech-Gründer Özlem Türeci und Uğur Şahin den Preis, der von Bundeskanzler Friedrich Merz überreicht wurde. (ho)





