Kinder machen Hausaufgaben
Kinder machen Hausaufgaben: Schüler angeblich überlastet Foto: picture alliance/APA/picturedesk.com

Bildungspolitik
 

Begrenzung von Hausaufgaben: Wie Hamburg Lehrer und Eltern entmündigt

HAMBURG. Die Hamburger Bürgerschaft hat am Mittwoch ein Gesetz beschlossen, das die Deckelung von Hausaufgaben für Gymnasiasten vorsieht. In Hauptfächern soll den Schülern nur noch einmal pro Woche, in den übrigen Fächern alle zwei Wochen eine Hausaufgabe erteilt werden dürfen.

Während bisher die Schulkonferenzen, in denen Eltern, Schüler und Lehrer vertreten sind, über entsprechende Regeln entscheiden, soll dies künftig von einer „übergeordneten Behörde“ umgesetzt werden. Zugleich sieht das Gesetz eine Höchstgrenze für Prüfungen vor. Künftig sollen pro Woche nicht mehr als zwei und im Monat nicht mehr als sieben Tests geschrieben werden. Der SPD-geführte Senat begründet dies mit der „hohen Belastung“ der Schüler und ihrer Eltern.

„Angriff auf die Gymnasien“

Walter Scheuerl: Scharfe Kritik an dem gesetz Foto: dpa
Walter Scheuerl: Scharfe Kritik an dem gesetz Foto: dpa

Scharfe Kritik kam von Elternverbänden. Der Sprecher der Bürgerinitiative „Wir wollen lernen“, Walter Scheuerl, sagte der JUNGEN FREIHEIT: „Hier werden die Schulkonferenzen, insbesondere die Eltern und Lehrer, entmündigt.“ Das Gesetz sei ein „Angriff auf die Gymnasien“ in der Hansestadt. Ein Sprecher des Schulsenats wies die Befürchtungen zurück. „Bisher wurde noch keine Richtlinie dazu veröffentlicht.“

Scheuerl, der als parteiunabhängiges Mitglied in der Hamburger Bürgerschaft sitzt, wurde 2011 deutschlandweit bekannt, als die von ihm gegründete Initiative eine Verlängerung der Grundschule von vier auf sechs Jahre in einer Volksabstimmung verhinderte. (ho)

Kinder machen Hausaufgaben: Schüler angeblich überlastet Foto: picture alliance/APA/picturedesk.com
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