Logo des öffentlich-rechtlichen Radiosenders Fritz Foto: dpa
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Geschlechtersensible Sprache

Öffentlich-rechtlicher Radiosender spricht Gendersternchen

BERLIN. Der Jugendsender „Fritz“ wird als erster öffentlich-rechtlicher Radiosender in seinen Nachrichten künftig das sogenannte Gendersternchen mitsprechen. Die Redaktion habe sich nach mehreren Versuchen darauf verständigt, das Sternchen durch eine kurze Pause abzubilden, sagte Programmchefin Karen Schmied dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Damit wolle der zum ARD-Verbund gehörende Sender sowohl alle Männer und Frauen wie auch Personen, die sich keinem der beiden Geschlechter zugehörig fühlen, mit einbeziehen.

Das Sprechen des Gendersterns sei anfangs zwar etwas ungewohnt gewesen und habe seltsam geklungen, erläuterte Schmied. Die Nachrichtenredaktion habe sich aber schnell daran gewöhnt. „Pro Satz soll es nicht zu viele Sternchen-Formulierungen geben, sonst klingt es zu verwirrend.“

Wunsch der Redakteure

Als Alternative würden die Nachrichtensprecher dann auf geschlechtsneutrale Worte wie „Studierende“ oder „Teilnehmende“ zurückgreifen. Den übrigen Moderatoren außerhalb der Nachrichtenredaktion sei es dagegen selbst überlassen, wie und ob sie in geschlechtergerechter Sprache formulierten.

Die Entscheidung des Senders erfolge auf Wunsch der Redakteure. „Wir haben eine sehr junge Redaktion zwischen Mitte 20 und Anfang 30. Für die Jüngeren ist Geschlechtergerechtigkeit in der Sprache ein großes Thema“, begründete Schmied die Neuerung. Die Redaktion wolle damit auch ein Zeichen für die Vielfalt der Lebenskonzepte setzen.

Gesellschaft für deutsche Sprache lehnt Gender-Sprech ab

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hatte das sogenannte Gendersternchen vorige Woche abgelehnt. Eine Prüfung habe ergeben, daß es sich nicht eigne, um geschlechtsneutrale Personenbezeichnungen zu bilden. „Bei seiner Verwendung entstehen nicht nur grammatisch falsche Formen (z. B. Arzt*in oder Ärzt*in), auch den Regeln der deutschen Rechtschreibung entspricht das Sternchen nicht.“

Unterdessen stößt die Petition der JUNGEN FREIHEIT gegen Gender-Sprache weiterhin auf große Zustimmung. Bis Freitag unterzeichneten fast 24.000 Personen den Appell gegen angeblich geschlechtergerechte Sprache.

Jetzt die Petition gegen Gender-Sprech unterzeichnen!

Die Petition fordert ein Ende des sprachlichen Gender-Wahns. Die Redaktionen der öffentlich-rechtlichen Sender, Behörden, Bildungseinrichtungen und Kirchen sollen umgehend auf „Gender-Sprech“ verzichten und statt dessen zum bewährten Deutsch zurückkehren.

Zuletzt hatte die Stadt Stuttgart angekündigt, ihre Einwohner künftig geschlechtergerecht anzusprechen. So soll etwa die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ durch „Liebe Menschen“ ersetzt werden. Vor Stuttgart hatten bereits andere Städte in Deutschland die geschlechtergerechte Sprache eingeführt. Hannover hatte beispielsweise im Januar vergangenen Jahres eine entsprechende Empfehlung herausgegeben, um der „Vielzahl geschlechtlicher Identitäten“ Rechnung zu tragen.

Der Verein Deutsche Sprache hatte Anfang Juli den Beschluß der sächsischen Staatsregierung , eine geschlechtergerechte Sprache in Gesetzestexten einzuführen, kritisiert. „Wer die Sprache so entstellen muß, ist weit von der Lösung echter Geschlechterprobleme entfernt.“ (krk/ls)

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