AfD Sachsen Kernkraft

 

Enttäuschung

Der Verband Deutscher Ingenieure (VDI) schätzt, daß jedes fünfte der insgesamt 1.600 „deutschen“ Unternehmen, die in den vergangenen Jahren Produktionsstätten in China errichtet haben, unterdessen mit dem Gedanken spielt, dieses Engagement wieder aufzugeben und sich nach Alternativen umzusehen. Dieser Trend wird insbesondere auf zwei Ursachen zurückgeführt. Zum einen konnten offenbar nicht immer jene Qualitätsstandards eingehalten werden, auf die vor allem Hersteller von hochpreisigen Konsumgütern Wert legen müssen, da ihre verwöhnten Kunden leider nicht ausschließlich auf die Marke achten, sondern ein dieser gemäßes Produkt erwarten. Zum anderen wurde offenbar von manchen Firmen nicht für möglich gehalten, daß auch in einem autoritären System markante Lohnsteigerungen möglich sind, sofern das Regime nur perfide genug ist, die Bürger durch eine spürbare Mehrung ihres Wohlstands bestechen zu wollen. Genau dies scheint die Führung in Peking im Schilde zu führen, anderenfalls hätte sie eine Anhebung des Lohnniveaus um sage und schreibe 20 Prozent in nur wenigen Jahren sicherlich zu verhindern gewußt. Vorwürfe an das Management der betroffenen Unternehmen, sie hätten dies alles wissen können, da das kleine Einmaleins der Marktwirtschaft ja besagt, daß eine wachsende Nachfrage nach einem trotz des chinesischen Bevölkerungsreichtums unter dem Strich knappen Gut wie qualifizierter Arbeit dessen Preise in die Höhe treibt, sind daher unangemessen. Das einzige, was den forschen Investoren von einst vorgehalten werden kann, ist, daß sie einfach zu blauäugig auf den Wahrheitsgehalt ethnischer Klischees vertrauten, die ihnen suggerierten, die Chinesen seien vor allem genügsam und leidensfähig. Unterdessen haben sich diese als genauso egoistisch, materialistisch und konsumversessen entpuppt wie ihre japanischen Rivalen. Zu hoffen ist nun, daß wenigstens das Lehrgeld, das in China gezahlt wurde, eine Investition war. Unternehmen, die sich nach einem neuen Standort umsehen, müssen darauf achten, nicht erneut auf Schalmeien irgendwelcher um Investoren buhlender Regierungen hereinzufallen, die ihnen ihre Bevölkerung als bedürfnislos und arbeitswütig preisen. Man muß vielmehr davon ausgehen, daß die Menschen überall letztendlich bloß ihr kleines, persönliches Glück im Sinn haben und dies skrupellos zu mehren trachten. So besehen, könnten die Kapitalflüchtlinge eigentlich gleich nach Deutschland zurückkehren. Aber hier mangelt es ja an qualifizierten Arbeitskräften.

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