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„Man bleibt allein“

Von einer „merklichen Kühle gewisser literarischer Kreise gegenüber meiner Person“ sprach Ephraim Kishon in einem Interview mit dieser Zeitung im März 2001. „Ich würde sogar sagen, es ist ein echtes Totschweigen“, setzte er nach. Tatsächlich ist der beim Lesepublikum beliebte Erfolgsschriftsteller in den Feuilletons etablierter Zeitungen nur selten zu Wort gekommen. Darüber und zu vielen anderen Themen hat die JUNGE FREIHEIT vor knapp vier Jahren ein ausführliches Gespräch mit Kishon geführt (JF 13/01), in dessen Verlauf er sich auch zur Zeitung selbst und den Angriffen gegen sie äußerte. Auf die Feststellung, daß der JF von Innenministern vorgeworfen werde, sie trüge zur „Erosion der Abgrenzung zwischen Demokraten und Extremisten“ bei, sagte Kishon: „Als ich 1949 aus Ungarn nach Israel geflüchtet war und laut gesagt habe, der Stalinismus sei ein schreckliches System, wurde ich von diesem Moment an boykottiert. Diese Meinung galt als rechts und reaktionär. Ich frage mich seither, wie ist es nur möglich, daß fast alle europäischen Intellektuellen Anhänger der stalinistischen oder maoistischen Systeme waren? Man bleibt allein. Auch Ihre Zeitung. Sie sind ‚rechtsgerichtet‘, weil Sie nicht linksgerichtet sind. Ihr niveauvolles Blatt ist nicht radikal, es ist nicht einmal, was man ‚rechts‘ nennt, sonst hätte ich Ihnen kein Interview gegeben.“

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