Unverwechselbar

Der Schriftsteller Walter Kempowski hat keine Zweifel an der Echtheit der anonymen Aufzeichnungen „Eine Frau in Berlin“, die voriges Jahr bei Eichborn erschienen sind. In dem Tagebuch schildert eine unbekannte Autorin ihre Erlebnisse vom 20. April bis 22. Juni 1945 in Berlin. Dabei berichtet sie auch über die massenhaften Vergewaltigungen durch Rotarmisten nach dem Einmarsch der sowjetischen Armee. Daraufhin unterstellte die Süddeutsche Zeitung dem Eichborn Verlag, bei dem Text handle es sich um eine Fälschung (JF 41/03). Davon kann nun nach Kempowskis Urteil keine Rede mehr sein. Die drei Originalhefte trügen „alle Merkmale des Authentischen“, so der Experte für Tagebuch-Aufzeichnungen. „Aus der Kenntnis von Hunderten von Tagebüchern fällt mir der unverwechselbare Tagebuchton der Hefte auf“, schreibt Kempowski in seinem Gutachten für Eichborn. (tha)

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