Vor dem Karren der Homosexuellen-Lobby

Wenn manchen CDU-Granden nichts mehr einfällt, wie sie die Parteibasis und vor allem die Stammwähler von ihrer falschen Politik überzeugen sollen, rücken sie mit dem Argument an, die CDU müsse die „veränderten Realitäten“ zur Kenntnis nehmen beziehungsweise die CDU müsse sich den „veränderten gesellschaftlichen Bedingungen“ anpassen. So zuletzt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in der Debatte um die Angleichung der gleichgeschlechtlichen Partnerschaften mit der normalen Ehe.

Welche „Realitäten“ haben sich denn in Deutschland geändert? Ist nun ein Großteil der Bevölkerung homosexuell geworden und möchte steuerlich lukrative Partnerschaften schließen? Ist es das, was Schäuble mit „veränderten Realitäten“ meint?

In Wahrheit hat sich in Deutschland nichts verändert. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, wie Schäuble ebenfalls von der CDU, erklärte mit dem Familienreport 2012 am 1. Januar 2013 in Berlin, daß drei Viertel aller jungen Deutschen sich eine Familie wünschen. Für 80 Prozent gehört Familie zum persönlichen Glück dazu.

Eine winzig kleine Minderheit

Diese familienfreundliche Einstellung belegt auch eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid für die Wochenzeitschrift Focus: Die überwiegende Mehrheit der Deutschen glaubt an die Ehe. 98 Prozent der Männer und 95 Prozent der Frauen würden gerne verheiratet sein. Die Zahlen zeigen sehr deutlich, daß das negative Bild von Ehe und Familie, welches viele Medien und linksgerichtete Politiker in der Öffentlichkeit zeichnen, falsch ist und nicht der Meinung der Menschen entspricht. Nicht die „Realitäten“ haben sich verändert, sondern die Berichterstattung vieler Medien. Das sollte ein Politiker wie Schäuble erkennen.

Vor allem hat sich eine Realität ganz gewiß nicht verändert: die Natur. Immer noch gilt, daß nur ein Mann und eine Frau das Kinderkriegen hinbekommen. Und das wird so bleiben, egal wie Schäuble das sehen mag.

Die einzige Realität, die sich in Deutschland wirklich verändert hat ist, daß eine winzig kleine Minderheit, wie das die Homo-Lobby ist, einen derart großen Einfluß haben kann. Das hat sie nur linksorientierten Politikern und Medien zu verdanken. Ihnen geht es aber nicht um angebliche neue „Realitäten“, sondern ausschließlich um Symbolwirkung. Das ganze Gerede von „Homo-Rechten“ war von Anfang gegen Ehe und Familie als gesellschaftliche Leitbilder gerichtet. Es ist deshalb ein Skandal, daß sich C-Politiker von Schäubles Kaliber vor den Karren der Homosexuellen-Lobby spannen lassen.

Neues Paradigma

Das Thema „Homo-Rechte“ hat schon etwas Mysteriöses an sich: Manche Politiker sind bereit, essentielle christliche Prinzipien über Bord zu werfen, gegen einen frischen Parteitagsbeschluß zu revoltieren und einen heftigen Krach innerhalb der Partei zu riskieren, um die Gleichstellung der homosexuellen Partnerschaften mit der Ehe zu erreichen – zudem in einem wichtigen Wahljahr. Dieses Verhalten sieht man nicht nur in der CDU. In Großbritannien ist die Anglikanische Kirche bereit, den Homosexuellen mehr Rechte (Weihe, Ämter usw.) zu gewähren, obwohl die afrikanischen Anglikaner mit einer Abspaltung gedroht haben. In der EKD tobt ein heftiger Kampf wegen der Segnung homosexueller Partnerschaften und des Zusammenlebens Homosexueller in Pfarrhäusern.

Eines ist offensichtlich: Die Haltung zur Homosexualität soll als ein neues Paradigma etabliert werden, koste es, was es wolle. Deshalb erhält dieses Thema in der medialen Debatte einen grotesk übertrieben Raum, was mit keinem vernünftigen Argument zu rechtfertigen ist. Wer sich irgendwie der neuzeitlichen Todsünde der „Homophobie“ schuldig macht, wird fertig gemacht. Seit Jahren versuchen linksgerichtete Medien und Politiker, jeden als „homophob“ abzustempeln, der sich gegen die absurden Forderungen der politisch organisierten Homosexuellen ausspricht.

Diese „Realität“ existiert tatsächlich, ihr darf man sich auf keinen Fall anpassen. Denn sie ist ein Angriff auf die Familie, auf die christlichen Wurzeln unseres Landes und auf die Religions- und Meinungsfreiheit.

Offensiv für Ehe und Familie eintreten

Als christliche Partei darf sich die CDU nicht auf dieses Spiel einlassen. Es reicht aber nicht, daß die Union die Angriffe auf die Familie abwehrt, wie sie das bislang (ziemlich halbherzig) getan hat. Nein, eine C-Partei muß offensiv in der Öffentlichkeit für Ehe und Familie als gesellschaftliches Leitbild eintreten. Eine C-Partei muß die Menschen überzeugen, daß die Familie die Keimzelle der Gesellschaft ist, und nur wenn Ehe und Familie gesund sind, wird auch die Gesellschaft gesund sein. Insbesondere darf eine C-Partei nicht zulassen, daß ein so wichtiges Thema von einer politischen und ideologischen Minderheit dominiert wird, wie das seit etlichen Jahren geschieht.

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