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Bundesbank muß handeln: Holt unser Gold zurück!

Bundesbank muß handeln: Holt unser Gold zurück!

Bundesbank muß handeln: Holt unser Gold zurück!

Deutschland sollte das sein gesamtes Gold aus den USA nach Frankfurt zurückholen. Dafür gibt es ein schlagendes Argument.
Deutschland sollte das sein gesamtes Gold aus den USA nach Frankfurt zurückholen. Dafür gibt es ein schlagendes Argument.
Deutschland besitzt 3.375 Tonnen Gold – doch nur etwas mehr als die Hälfte davon befindet sich im eigenen Land. (Symbolbild). Foto: picture alliance / Zoonar | Alexander Limbach
Bundesbank muß handeln
 

Holt unser Gold zurück!

Mehr als ein Drittel des deutschen Goldes lagert in den USA. Es gibt einen entscheidenden Grund, warum Deutschland nicht nur einen Teil davon, sondern alles zurückholen sollte. Ein Kommentar von Thorsten Polleit.
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Trotz der aktuellen Kursverluste weckt die Goldreserve der Bundesbank weiter politische Begehrlichkeiten. Derzeit kursiert der Vorschlag, das Gold zu verkaufen. Damit ließen sich je nach Goldpreis über 400 Milliarden Euro erzielen. Doch mit dem Betrag käme der Staat nicht weit: Allein 2026 will die Bundesregierung neue Schulden in Höhe von 180 Milliarden Euro aufnehmen.

Angesichts solcher Haushaltslöcher wäre der Erlös aus dem Goldverkauf schon nach weniger als zweieinhalb Jahren verplempert. Auch aus einem weiteren Grund wären die Deutschen nicht gut beraten, das Bundesbankgold zu verkaufen: Es ist eine Sicherheit. Es sorgt beispielsweise dafür, daß bei einem Scheitern des Euro die Deutschen nicht mit leeren Händen dastehen.

Die Bundesbank sollte weiteres Gold kaufen

Für jeden Deutschen stehen aktuell 40 Gramm Gold zur Verfügung. Das ist weltweit Platz vier – nach den Schweizern, Libanesen und Italienern. Mit dem Bundesbankgold ließe sich auch ein monetärer Neustart gestalten. Um es kurz zu machen: Es gibt keine überzeugenden Gründe, warum die Bundesbank das Gold der Deutschen verhökern sollte.

Im Gegenteil: Sie sollte ihre Goldbestände ausbauen – und zwar indem sie die Bestände an ausländischen Staatsanleihen, die sich noch in ihren Währungsreserven befinden, verkauft und mit dem Erlös Gold erwirbt. Zudem wäre es ratsam, wenn die Bundesbank ihre Target-2-Forderungen im Euro-System, die sich auf eine Billion Euro belaufen, nur noch akzeptiert, wenn sie von den Schuldnern mit Gold besichert sind.

37 Prozent des deutschen Goldes liegen in New York

Ein weiteres Thema, das die Gemüter erhitzt, ist die Lagerung des deutschen Goldschatzes. Einige befürchten, das in den USA gelagerte Bundesbankgold sei unter der Trump-Administration nicht mehr sicher. Vielleicht wollen die Amerikaner das deutsche Gold irgendwann tatsächlich nicht mehr herausgeben? Ist es da nicht besser, das Gold nach Deutschland zu überführen und fortan nur im Inland zu lagern?

Die Bundesbank verfügt über einen Goldbestand von etwa 3.375 Tonnen, bestehend aus rund 270.000 Barren, größtenteils mit einem Gewicht von 12,5 Kilogramm pro Stück. Mehr als die Hälfte davon, also etwa 1.710 Tonnen, lagert in eigenen Tresoren in Frankfurt. 37 Prozent des Bundesbankgoldes, also rund 1.236 Tonnen, verteilt auf etwa 98.600 Barren, liegt in New York. Die restlichen 405 Tonnen verwahrt die Bank von England in London.

Eine Umlagerung des Goldes ist möglich, aber aufwendig. So hatte 2013 der Bundesbankrat entschieden, fortan die Hälfte des Goldes in heimischen Tresoren zu lagern. Bis 2017 wurden daher 300 Tonnen aus New York und die gesamten 374 Tonnen aus Paris nach Frankfurt überführt.

Nicht nur einen Teil zurückholen, sondern alles

Die Frage ist angemessen: Warum sollte eigentlich gut ein Drittel des deutschen Goldes in Amerika deponiert sein? Einen gewissen Anteil des Goldes am wichtigsten Goldhandelsplatz vorzuhalten, mag gerechtfertigt sein. Schließlich sichert das die jederzeitige Einsetzbarkeit des Goldes. Aber ist ein Drittel nicht doch zu viel?

Allerdings gibt es auch ein schlagendes Argument, um das gesamte Gold zurückzuholen. Es lautet: Es gibt keine vollständige, transparente Inventur für das deutsche Gold in New York. Und solange das so ist, ist es ratsam, das Gold zumindest bis auf weiteres aus New York nach Frankfurt zu holen, zu prüfen und im eigenen Tresor zu lagern.
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Prof. Dr. Thorsten Polleit ist Volkswirt und Herausgeber des „Boom & Bust Report“.

Aus der JF-Ausgabe 7/26.

Deutschland besitzt 3.375 Tonnen Gold – doch nur etwas mehr als die Hälfte davon befindet sich im eigenen Land. (Symbolbild). Foto: picture alliance / Zoonar | Alexander Limbach
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