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Familienkrach bei den Windsors: Woke-Hollywood putscht gegen die britische Krone

Familienkrach bei den Windsors: Woke-Hollywood putscht gegen die britische Krone

Familienkrach bei den Windsors: Woke-Hollywood putscht gegen die britische Krone

Meghan und Harry lächeln für die Kameras, sie gibt sich gern woke.
Meghan und Harry lächeln für die Kameras, sie gibt sich gern woke.
Die woke Meghan hat ihren Prinzen Harry wachgeküßt Foto: picture alliance / John Nacion/STAR MAX/IPx | John Nacion/STAR MAX/IPx
Familienkrach bei den Windsors
 

Woke-Hollywood putscht gegen die britische Krone

Hollywood und die britische Monarchie; kann das klappen? Im Fall der Ehe der Schauspielerin Meghan Markle mit dem Königssproß Harry zeigt sich ein amerikanisch-britischer Kulturkampf. Die Krone steht dabei unter wokem Beschuß. Ein Kommentar von Sandro Serafin.
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Für Meghan Markle, die abtrünnige Herzogin von Sussex, scheint die erste Begegnung mit Queen Elisabeth II. ein echtes Trauma gewesen zu sein: Schon 2021 hatte sie in dem berühmten Interview mit US-Talkfrau Oprah Winfrey erzählt, wie sie aus allen Wolken fiel, als Partner Harry ihr kurz vor dem ersten Zusammentreffen mit der Majestät erklärte, daß es am Hofe doch tatsächlich üblich sei, einen Knicks zu machen. Die beiden hätten dann noch schnell vor dem Haus geübt.

Anderthalb Jahre später kommt die Herzogin erneut auf diese Episode zurück – während einer Serie über die Geschichte von Harry und Meghan, die seit vergangener Woche bei Netflix läuft. Dieses Mal fügt sie ihr noch eine betont giftige Note hinzu: Vor laufender Kamera beugt sich die Herzogin in Zeitlupe tief nach unten. Als sie nach langen Sekunden wieder auftaucht, hat sie ein verächtliches Lachen auf dem Gesicht.

„Was für eine Ehre, Eure Majestät kennenzulernen“, sagt sie in einem Ton, der offenbar gezielt unterwürfig klingen soll. Der Knicks am Hof, auf den Harry sie hinwies? „Ich dachte, das wäre ein Witz“, erklärt die Herzogin ganz unverblümt. Wie ein „mittelalterliches Bühnenstück“ habe die Begegnung mit der Königin auf sie gewirkt.

Hier macht sich die Schwiegertochter des amtierenden Souveräns über das Protokoll und die jahrhundertealte Tradition einer Institution lustig, die so eng mit England und Großbritannien verwoben ist, daß es einem Angriff auf die Nation gleichkommt. Und der Gatte und Königssohn sitzt daneben, guckt kurz verschämt zur Seite, spielt die Schmierenkomödie am Ende aber doch voll mit.

Markle gibt sich betont woke

Man muß der Herzogin ja schon fast dankbar sein, daß sie uns an dieser Szene teilhaben läßt, denn sie erzählt so viel über den Kern dieses Unfalls, der in Großbritannien „Megxit“ genannt wird. Eine Amerikanerin aus Hollywood heiratet in eine jahrhundertealte Institution ein, um dann verwundert festzustellen, daß es sich nicht nur um ein Schauspiel, sondern um eine Realität mit tieferem Sinn handelt – ein amerikanisch-englischer Kulturkonflikt.

Doch darin erschöpft sich dieses Drama nicht. Übrigens auch nicht in dem traumatischen Verhältnis der beiden zur aggressiven britischen Tabloid-Presse; was man ihnen ja kaum verübeln kann. Nein, der Konflikt geht tiefer, und er ist deswegen auch nicht nur dem Bereich von Klatsch und Tratsch – auch von Geldmacherei freilich – zuzuordnen, sondern hat einen politischen Charakter.

Markle sieht sich ausdrücklich als Aktivistin, der es darum geht, „die Welt zu verbessern“. So pflegt sie zum Beispiel die Erzählung, daß sie schon als junges Mädchen einen vermeintlich sexistischen Werbespot zu Fall brachte, was für sie ein „Aha-Moment“ gewesen sei. Vor allem aber kommt sie immer und immer wieder auf das Thema „race“ zu sprechen (der Begriff wird in der deutschen Doku-Version bewußt nicht übersetzt).

Harry ist der wachgeküßte Prinz

Dabei hat sie nicht nur ihren eigenen Status als vermeintliches oder tatsächliches Rassismusopfer im Blick. Der Subtext der Netflix-Serie ist vielmehr radikal umfassend: Immer wieder wird die Geschichte der Sussexes mit einer weiteren Perspektive umrahmt und verzahnt. So gerät vor allem die Kolonialvergangenheit Englands und damit des englischen Throns in den Blick.

Harry übernimmt in dieser Abrechnung die Rolle des Mannes, der bislang durch die Welt geschlafwandelt und nicht zuletzt dank Meghan auf die historisch-strukturellen Probleme der eigenen Familie aufmerksam geworden sei. Es ist die Rolle des wachgeküßten – „woken“ – Prinzen. „In dieser Familie ist man öfter Teil des Problems als Teil der Lösung“, führt er vor laufender Kamera eine bedauernswerte Selbstanklage. Es gebe massenhaft unbewußte Vorurteile.

Ein Königssohn gegen die Monarchie

„Es geht nicht nur um unsere [Harrys und Meghans] Geschichte, das war schon immer größer“, hatte er bereits ganz zu Beginn der ersten Folge fast orakelnd verlauten lassen, ohne Genaueres auszuführen. Das übernehmen dann die Doku-Macher, denn just im Augenblick dieser Aussage wird eine Szene eingeblendet, in der postkolonialistische Randalierer eine Statue in einen Fluß stürzen.

Womit klar ist: Hier soll ausgerechnet mit Hilfe eines Königssohns die Axt an die Krone als solche gelegt werden – eine Institution, deren konservativen Traditionalismus, deren identitäres, auch nationales Element wenigsten Meghan wohl nicht weniger als verachtet. Aber auch bei Harry ist man sich nicht sicher, ob er den Sinn der Monarchie im 21. Jahrhundert jemals wirklich begriffen hat.

Die woke Meghan hat ihren Prinzen Harry wachgeküßt Foto: picture alliance / John Nacion/STAR MAX/IPx | John Nacion/STAR MAX/IPx
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