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Feminismus: Wie sich Gender-Ideologen den neuen Mann vorstellen

Feminismus: Wie sich Gender-Ideologen den neuen Mann vorstellen

Feminismus: Wie sich Gender-Ideologen den neuen Mann vorstellen

Braucht das Land neue Männer?
Braucht das Land neue Männer?
Braucht das Land neue Männer? Foto:picture alliance/Zoonar|Seva Levitsky
Feminismus
 

Wie sich Gender-Ideologen den neuen Mann vorstellen

„Neue Männer braucht das Land“, trällerte Anfang der 1980er Jahre die deutsche Liedermacherin Ina Deter im Zuge der „Neuen Deutschen Welle“ von den Showbühnen der Republik. Das Lied klingt bis heute nach. Lediglich die Vorstellungen dessen, wie dieser neue Mann, den das Land seit Jahrzehnten angeblich so dringend braucht, denn sein soll, haben sich im Laufe der Zeit leicht gewandelt.

Die Frauenzeitschrift Brigitte hat jetzt ihre ganz eigene Interpretation des feministischen Klassikers veröffentlicht. Diese ist zwar nicht musikalisch, dafür aber umso mehr vom Sound des modernen Gender Gaga geprägt. „Privilegierte Menschen haben strukturell mehr Macht als diskriminierte. Und die können sie ruhig mal nutzen, um letztere zu unterstützen. Und privilegiert bedeutet in diesem Fall: männlich“, heißt es gleich im Intro des Textes „7 Wege, ein feministischer Super-Papa zu werden“, den das Magazin dieser Tage auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat.

Die Redaktion gibt in dem Artikel Tipps für die Familiengründung, „in der selbst fortschrittlichste Paare schnell in alte Rollenbilder verfallen“. Damit soll jetzt aber endgültig Schluß sein. Statt das nachzuleben, was sie von ihren „eigenen Eltern und Großeltern vorgelebt bekommen“, soll sich eine neue Generation von Vätern den Feminismus auf die Fahne schreiben. „Der Kampf für die Gleichberechtigung der Geschlechter sollte doch, naja, gerade mal nicht vom Geschlecht abhängig sein“, findet Brigitte. Die von der Redaktion aufgezeigten Wege dorthin möchte ich Ihnen natürlich nicht vorenthalten. Folgen Sie mir also in die sieben Sackgassen der neuen antimaskulinen Männlichkeit und Familienplanung.

Inklusives Sprechen in allen Alterslagen

Der erste Schritt dürfte sogar noch nicht einmal so schwerfallen. „Nimm Elternzeit“, rät die Brigitte. Fügt allerdings gleich ergänzend hinzu: „Und zwar nicht zwei Monate, um nach Italien zu reisen.“ Die Verfasser des Artikels haben nämlich offensichtlich die Erfahrung gemacht, daß es in den vergangenen Jahren „irgendwie schick geworden“ sei, in der Elternzeit endlich einmal zu verreisen. Gleichzeitig würden „Väter von anderen (und sich selbst) dafür gefeiert, aktiv auch in Elternzeit gegangen zu sein“, schreiben die Autoren, die vielleicht eher einmal das eigene private Umfeld auf einen Prüfstand stellen sollten, bevor sie die Zustände, die dort offenbar herrschen, gleich auf die ganze Gesellschaft übertragen.

Schon bei Schritt zwei wird es dann  zutiefst ideologisch: „Sprich inklusiv – ganz normal.“ Wer als Papa bereits „ganz normal gendert“ und „von Ärztinnen und Feuerwehrfrauen“ erzähle, lebe dem Kind „automatisch eine gleichberechtigte Ausdrucksweise vor“, frohlocken die Autoren. Für „das Kleine“ würde es so „später ganz normal sein, inklusiv zu sprechen – und zu denken“.

Halleluja! dürften da die Anhänger der neuen Ersatzreligion für die Einfältigen ausrufen. „Das Kleine“ könnte für diesen „Opfersprech“ zwar spätestens bei der Einschulung von den in weniger „progressiven“ Familienbünden aufgewachsenen Kindern massiv gemobbt werden, hätte dafür aber immerhin beste Chancen, später einmal, ein Überstehen der Schulzeit vorausgesetzt, einen Job als Nachrichtensprecher beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu ergattern.

„Sei kein Mann“

„Achte auf Care- und Hausarbeit und benenne sie“, heißt der dritte Schritt zum „feministischen Super-Papa“. Indem Eltern öfter über „Care-Arbeit“, wie „Spülmaschine ausräumen“ oder „Kindergeburtstag planen“, sprechen würden, würde diese „realer“ und könnte so auch „gerechter“ verteilt werden, erklären die Care-Arbeit-Fachkräfte der Brigitte-Redaktion all jenen, die bisher dachten, Arbeit würde vor allem dadurch real, daß man sie einfach macht. Daß man über solcherlei Selbstverständlichkeiten in ihren Kreisen offensichtlich erst nochmal in Ruhe sprechen muß, ist ein weiterer Punkt, in dem der von ihnen verfaßten Leitfaden für das familiäre Zusammenleben mehr über sie selbst aussagt, als über die Menschen, die sie belehren wollen.

Wer bis zu diesem Zeitpunkt noch immer Zweifel an der radikal-feministischen Ausrichtung des Artikels und seiner Verfasser hatte, dem werden spätestens beim nächsten Schritt sämtliche Unklarheiten genommen. „Sei kein Mann“, heißt es hier unmißverständlich. Die Autoren nehmen hier Bezug auf den Titel eines Buchs von JJ Bola.

Der aus dem Kongo stammende Schriftsteller vertritt die These, daß Männer in seiner alten Heimat oft zärtlicher und unbefangener miteinander umgehen würden als in anderen Ländern. In seinem Buch, das er als „Aufforderung, das gesellschaftliche Konstrukt Männlichkeit“ aufzulösen, verstanden wissen will, plädiert Bola unter anderem für mehr Offenheit den eigenen Emotionen gegenüber und dafür, daß auch Männer feministische Literatur lesen sollten.

Mit Klischees brechen

Das ist natürlich ganz nach dem Geschmack von Brigitte. „In der Rolle als Vater kann man mit Klischees von vornherein brechen und so wirklich etwas verändern – indem das Kind damit aufwächst, daß es keine Verhaltensweisen gibt, die es erfüllen muß, um männlich zu sein – sondern Männlichkeit genauso individuell wie die Menschheit ist“, heißt es unter dem Punkt, der Väter dazu aufruft, selbst keine Männer mehr zu sein.

Ein bißchen autoritär darf Papa aber auch nach dem Leitbild des Frauenmagazins durchaus sein. „Sei nicht nur Spaß-Papa“, lautet die fünfte Vorgabe in der To-do-Liste für moderne Väter. Hier klingen die Redakteure der einstigen Hausfrauenzeitschrift fast schon regelrecht konservativ, wenn sie zum Beispiel schreiben: „Denn als Vater bist du nicht nur für das Vergnügen, sondern auch die Pflicht zuständig. Das heißt: Auch du kannst und sollst Verbote aussprechen“ und „Zu-Bett-geh-Zeiten durchsetzen“, um so „in allen Bereichen des Lebens“ ein gleichberechtigter Erzieher zu sein. So verlockend das Modell „Good Cop, Bad Cop“ auch sein möge, „so ungerecht ist diese Rolle für deine: Partner:in“, mahnen die strengen feministischen Erziehungsratgeber.

Im sechsten und vorletzten Punkt auf der Liste rufen die Brigitte-Macher dazu auf, die eigenen Kinder zu loben und offenbaren damit erneut die Erfahrungen, die sie so eigentlich allerhöchstens in ihrem persönlichen Umfeld gemacht haben können. „Allzu oft“ würden Mädchen „nur für ihr schönes Kleid, ihre süße Frisur und ihr gutes Benehmen gelobt“. Die Jungs hingegen „für ihre Taten und ihren Mut“, behaupten sie.

Wie pumpt man eigentlich Milch ab?

Im Finale folgt dann ein in der heutigen Zeit beinahe schon reaktionär wirkendes Zugeständnis: „Dein Blick auf die Welt, dein Erleben, aber auch dein Körper: er unterscheidet sich von dem deiner:s Partner:in“, heißt es da an die Adresse eines jeden potentiellen männlichen Vaters und Lesers gerichtet.

Um dieses „Privileg“ der Männer zu beheben, rät Brigitte diesen dazu, sich mit der genauen Funktion des weiblichen Zyklus, verschiedenen Verhütungsmethoden und Themen wie dem sogenannten „Gender Pay Gap“ zu befassen. Außerdem sollten die Väter besser eine Antwort auf die Frage: „Wie pumpt man Milch ab und was passiert eigentlich im Wochenbett?“, bereit haben. Jedenfalls wenn sie das Pech haben sollten, irgendwann mal jemandem aus der Brigitte-Redaktion zu begegnen.

Braucht das Land neue Männer? Foto:picture alliance/Zoonar|Seva Levitsky
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