Vorhang auf für Kaisers Wochenrückblick Foto: picture alliance/imageBROKER / JF-Montage
Umweltsau, Bonpflicht und Luisa im Aufsichtsrat

Kaisers royaler Wochenrückblick

Die massive Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk will noch immer nicht verstummen. Im Gegenteil. Mehr und mehr zeichnet sich ab, daß 2020 das Jahr werden könnte, in dem der Unmut der Zwangsgebührenzahler erstmals zum ernsten Problem für die deutschen Regierungsmedien werden könnte. Lange Zeit hatten viele nur gemeckert über den Rundfunkbeitrag oder die GEZ, dann aber doch brav und pünktlich ihre 17,50 Euro überwiesen.

Nun aber regt sich echter Widerstand gegen das Rundum-sorglos-Paket für denkfaule Journalisten, unkreative Staatskünstler und gut geschmierte Verwaltungsroboter. Immer weniger Menschen in Deutschland genügt es nicht mehr, sich die politisch einseitige – dazu meist auch noch ziemlich langweilige – Propaganda einfach nur nicht mehr anzuschauen. Sie wollen auch nicht weiter dafür bezahlen müssen.

Damit hatten die Damen und Herren bei ARD und ZDF, sowie in den angeschlossenen Sendeanstalten, nun so gar nicht gerechnet. Trotzig schwingen sie die alte eingestaubte Nazikeule, nicht merkend, daß diese inzwischen eher einem gummiweichen Clownshammer ähnelt, der, bei den damit Geschlagenen, nur noch Gelächter auslöst.

Tierschützer von Peta finden Umweltsau geschmacklos

Losgetreten hatte die neue Welle der Kritik ja das vom WDR ausgestrahlte Kinderchorlied „Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau“. Etwas verspätet schloß sich der allgemeinen Empörung darüber auch die Tierschutzorganisation „Peta Deutschland“ an. Diese störte sich allerdings nicht an der Beleidigung der Oma, sondern daran, daß die Sau mit dieser in einen Topf geworfen und damit verunglimpft werde. Wer nun bereits den alten Streit zwischen Umwelt- und Tierschützern wieder aufkeimen sieht, dem sei gesagt: Gestern ist bei RTL die neue Staffel des Dschungelcamps angelaufen. Wie viele Deutsche haben auch die Peta-Organisatoren wieder besseres zu tun, als sich mit dem öffentlich-rechtlichen TV-Programm abzugeben.

Die zu Jahresbeginn in Kraft getretene Bonpflicht treibt bereits jetzt die wildesten Blüten. Die Kunden wollen die von der Regierung verordnete Quittung für wirklich alles nämlich oft gar nicht haben. Manche allerdings schon, was die Sache aber nicht unbedingt weniger grotesk werden lässt. Ein Mann aus dem Raum Darmstadt hat kürzlich sogar bei Bordellbesuch auf einen Kassenbon bestanden. Als ihm der Rotlichtbetrieb beim Bezahlen keinen solchen aushändigen wollte, hat der gesetzestreue Puffgänger so sehr darauf gepocht, daß er vom Sicherheitsdienst des Feldes verwiesen wurde.

Bonpflicht ärgert Bäcker und Bordelle

Aber auch da hat der tapfere Steuerzahler noch nicht aufgegeben. Er rief die Polizei zur Hilfe, die die Inhaberin des Etablissement über das neue Gesetz aufklärte. Problem: Das Freudenhaus, das dem Bonfetischisten die Laune verdorben hatte, war gar nicht in Besitz einer entsprechenden Registrierkasse. Obwohl es sich um einen „Saunaclub“ handelte, wo man als Besucher vielerorts schon lange einen Kassenbon bekommt, den man nicht braucht. Man einigte sich deshalb laut Polizeiangaben darauf eine handschriftliche Quittung für das gezahlte Eintrittsgeld auszustellen.

Auch in Zeiten der Bonpflicht ist das menschliche beim Puffbesuch also immerhin noch nicht ganz verloren gegangen. Ob sich die Anschaffung einer Kasse für die Betreiber Hauses lohnt ist mehr als fraglich. Der renitente Kunde dürfte in diesem Gewerbe wohl ein ziemlicher Einzelfall bleiben. Die meisten Besucher, dieser und ähnlicher „Wellness-Oasen“, werden vermutlich gut darauf verzichten können, eine offizielle Rechnung mit nachhause zu bekommen, auf der, ganz im Sinne des Gesetzgebers, detailliert „Art und Umfang“ der von ihnen gebuchten „Leistungen“ aufgeführt sind.

Steinmeier beglückwünscht die Grünen

Zu den 8.500 Fichten, die laut Experten pro Jahr für die neue Bonpflicht zusätzlich gefällt werden müssen, dürften deshalb eigentlich, zumindest durch das horizontale Gewerbe, nicht wesentlich mehr Bäume dazu kommen. Vorausgesetzt, die Behörden würden hier ein Auge zudrücken; wovon in Deutschland eigentlich nie auszugehen ist. Es ist also doch durchaus nicht auszuschließen, daß auch diese Branche bald mit Papiermüllbergen zu kämpfen hat, wie sie gerade an jeder Ecken, allmorgendlich in unseren Bäckereien entstehen. Die Sexarbeiterinnen sollten sich für alle Fälle schon mal einen größeren Eimer neben das Bett stellen.

Siemens-Konzernchef Joe Kaeser hat Luisa Neubauer einen Posten im Aufsichtsratsgremium angeboten. Das ist in etwa so, als wolle man Arafat Abou-Chaker zum Dirigenten des Berliner Polizei-Orchesters machen. Da Promi-Populisten, vom Schlage einer Luisa Neubauer, Verantwortung scheuen, wie der Teufel das Weihwasser, hat sie den ihr offerierten Posten selbstverständlich abgelehnt. Dafür nahm sie aber an der großen Jubiläumsfeier, anläßlich des 40-jährigen bestehen der Grünen, teil. Dort Sprach auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. „Deutschland ist offener geworden und vielfältiger, menschlicher und moderner in diesen 40 Jahren“, sagte dieser in seiner Rede. Da mag man kaum widersprechen; und wenn der oberste Repräsentant unseres Staates irgendwann einmal auch beim Jubiläum der AfD auftritt, können wir in Deutschland auch endlich wieder von echter Meinungsfreiheit reden.

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