Fridays for Future bei Siemens
Fridays-for-Future-Sprecherin Luisa Neubauer beantwortet nach ihrem Treffen mit Siemens Chef Kaeser Fragen Foto: picture alliance/Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa
„Fridays for Future“

Siemens-Chef Kaeser bietet Luisa Neubauer Aufsichtsratssitz an

MÜNCHEN. Siemens-Chef Joe Kaeser hat Fridays-for-Future-Sprecherin Luisa Neubauer einen Sitz im Aufsichtsgremium der neuen Gesellschaft Siemens Energy angeboten. Neubauer habe darauf „überrascht“ reagiert, sagte Kaeser der Welt. Er unterstütze Fridays for Future, betonte Kaeser. „Ich möchte, daß die Jugend sich aktiv beteiligen kann.“

Siemens steht derzeit bei Fridays for Future in der Kritik, weil der Konzern eine Zugsignalanlage für ein Kohlebergwerk in Australien liefern soll. Die stellvertretende Grünen-Chefin Ricarda Lang bezeichnete ein solches Geschäft als „absurd“. Während die ganze Welt über die Brände in Australien spreche, werde dort „ein riesiger Klimakiller gebaut“, sagte sie RTL und ntv. Sie erwarte von Siemens, daß das Unternehmen die Lieferungen einstelle und die Unterstützung für das Projekt zurückziehe.

Immer wieder politische Äußerungen

Zuvor hatte auch Neubauer Siemens vor Wortbruch bei seinen Klimaschutzversprechungen gewarnt. „Daß Siemens als Konzern, der öffentlich immer wieder bekundet, Klimaneutralität bis 2030 anzustreben und seiner Verantwortung in Zeiten der Klimakrise gerecht werden zu wollen, jetzt durch einen Auftrag ein Projekt stützt, das bis 2080 Kohle fördern wird, widerspricht dem in so vielen Dimensionen“, beklagte Neubauer.

„Als Konzern, der verstanden hat – oder vorgibt, zu verstehen, was die menschengemachte Klimakrise bedeutet, ist es nicht zu rechtfertigen, an einem Projekt wie der Adani-Mine festzuhalten“, sagte Neubauer. Kaeser hatte angekündigt, das Projekt auf den Prüfstand zu stellen. Eine Entscheidung soll bis Montag fallen.

Kaeser war in der Vergangenheit immer wieder durch politische Wortmeldungen aufgefallen. Unter anderem rückte er die AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Alice Weidel, in die Nähe des Nationalsozialismus. Auch forderte er im Sommer die Freilassung von Sea-Watch-3-Kapitänin Carola Rackete, die in Italien in Haft saß, nachdem sie ihr Schiff illegalerweise in den Hafen von Lampedusa einlaufen ließ und dabei ein Boot der italienischen Finanzpolizei rammte. (tb)

 

Fridays-for-Future-Sprecherin Luisa Neubauer beantwortet nach ihrem Treffen mit Siemens Chef Kaeser Fragen Foto: picture alliance/Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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