Ragna Diederichs und Jakob Blasel
Ragna Diederichs und Jakob Blasel (r.) Foto: picture alliance/Florentine Dame/dpa
Fridays For Future

Schulschwänzer wollen in den Bundestag

Was viele schon lange geahnt hatten, scheint jetzt sichtbare Realität zu werden. Die Schulschwänzer von Fridays for Future (FFF) haben die Straße satt und wollen sich ein paar gutbezahlte Posten in den Parlamenten sichern. Natürlich geht es ihnen dabei nicht um die eigene Person oder die Sicherung der eigenen vom Müßiggang geprägten Existenz, sondern um die Sache.

„Wir brauchen radikale Klimaaktivisten im Parlament“, sagte kürzlich der ehemalige Bundessprecher der Bewegung, Jakob Blasel, zur Begründung seiner Kandidatur für den Bundestag. Er selbst fühlt sich offenbar radikal genug, um den von ihm gewünschten „direkten Draht ins Parlament“ her- und dazustellen. Schaffen will der gerade mal 19jährige das über die Liste der Grünen. Auch das wird die meisten nicht überraschen, gilt FFF doch schon lange als der (bislang) außerparlamentarische Arm der Öko-Partei.

In beiden Organisationen aktiv

Etliche Köpfe der vor einem Jahr nur scheinbar aus dem Nichts entstandenen Vereinigung sind gleichzeitig in beiden Organisationen aktiv. Unter ihnen auch Luisa Neubauer, der man ebenfalls Ambitionen nachsagt, für ein politisches Amt kandidieren zu wollen. Aber auch andere Parteien, vor allem die SPD und die Linkspartei, sollen großes Interesse an Kandidaten mit dem FFF-Label haben und in mehr oder weniger geheimen Verhandlungen regelrecht um die Schüler im Bildungsruhestand werben.

Mitunter, so hört man, soll es sogar einen regelrechten Verhandlungs- und Anwerbungswettbewerb unter den potenziellen Heimatparteien der vermeintlichen politischen Talenten geben. Ob es dabei auch um Sonderzahlungen und Ablösesummen geht, ist nicht bekannt. Auch nicht, wer der aktuelle Lionel Messi unter den so umworbenen Proteststars ist.

Milchgesichter mit Größenwahn

Das, was all die jungen, nach einem Sitz im Bundestag strebenden Klimakämpfer in ihrer Motivation zu einen scheint, ist neben der eigenen Perspektivlosigkeit vor allem der Frust. Die Wut darüber, daß all ihr fröhliches Gehüpfe und wütendes Gestampfe auf den Straßen und Plätzen der Republik ihrer Meinung nach immer noch nicht genug bewirkt hat.

Daß die politisch Mächtigen noch immer nicht in einem auch für sie zufriedenstellenden Ausmaß nach ihrer Pfeife tanzen. Das infantile Gemotze von Luisa Neubauer oder anderer FFF-Jungs und -Mädels auf Twitter und in den TV-Talkshows ist bekannt und auch Jakob Blasel nölt: „Wir haben als Fridays for Future bitter feststellen müssen, daß die Regierung trotz aller Warnungen und Proteste nicht handelt.“ Manchmal kann die häßliche Fratze des Größenwahns eben auch ein ganz schönes Milchgesicht sein.

Ragna Diederichs und Jakob Blasel (r.) Foto: picture alliance/Florentine Dame/dpa

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