Islamisierung und Linksliberalismus

#NichtOhneMeinKopftuch: Die bizarre Faszination für den Islam

Unter dem Hashtag #NichtOhneMeinKopftuch machen Moslems derzeit auf Twitter gegen das im Raum stehende Kopftuchverbot für unter 14jährige Front. Die Tatsache, daß sie dies unter diesem offenbar ganz bewußt gewählten Hashtag tun, macht deutlich, wie selbstbewußt das Zurückweichen von den eigenen freiheitlichen Werten und die vielen Zugeständnisse durch die Mehrheitsgesellschaft die hier lebenden Moslems gemacht haben.

Denn der Wortgebrauch erinnert eindeutig an den Film beziehungsweise an das Buch „Nicht ohne meine Tochter“. Die auf einer wahren Begebenheit beruhende Geschichte erzählt von einer Frau, die mit ihrer Tochter vor ihrem gewalttätigen und unterdrückerischen Mann aus dem Iran flieht. Film und Buch sorgten in den 1990er Jahren für große Aufregung und hatten lange prägenden Einfluß auf die westliche Sicht auf den Islam und dessen rückständiges Frauenbild.

Nun, dies war im vergangenen Jahrtausend. Inzwischen wurde dieses Entsetzen durch eine bizarre, liebäugelnde Faszination für den Islam, gerade auch bei westlichen Feministinnen, abgelöst. Heute gilt Kritik am Islam als reaktionär, und moderne Frauenrechtlerinnen tragen Kopftuch, um sich mit der mittelalterlichen Kultur und ihren Anhängern zu solidarisieren.

Kampf für das Kopftuch als Kampf für die Freiheit

Der pervertierende Paradigmenwechsel, der sich in der Kopftuch-tragenden westlichen Feministin manifestiert, hat die breite Umdeutung von „Nicht ohne meine Tochter“ zu #NichtOhneMeinKopftuch wohl überhaupt erst möglich gemacht. Daß Muslime nun versuchen, den Kampf für das Kopftuch als Kampf für die Freiheit zu verkaufen, ist nur konsequent und zeigt, daß sie genau verstanden haben, wie ihre Verbündeten im linksliberalen Lager ticken. Grotesk naive Auftritte der deutschsprachigen Ethno-Entertainment-Prominenz, wie kürzlich jener der iranischstämmigen Enissa Amani bei „hart aber fair“, dürften ein übriges dazu beigetragen haben.


Dieser direkte Schulterschluß im Sinne des eigenen Narrativs scheint zumindest einigen Meinungsmachern, jetzt, wo es um das Recht auf Kopftuch für Kinder geht, nun doch ein wenig unheimlich zu werden. Eine Distanzierung von eigenen vergangenen Torheiten ergibt sich daraus freilich nicht.

Der Grundtenor der kritischen Berichterstattung zur Nicht-ohne-mein-Kopftuch-Bewegung in den linken Medien lautet: „Islamisten versuchen Kopftuchstreit für sich zu nutzen.“ Oder noch relativistischer: „Rechte und islamistische Extremisten kapern die Kopftuchdebatte.“ Dies ist ein feiner Kniff der Mainstream-Medienmacher.

Doch nicht alle Hemmungen verloren

So kann man endlich auch mal ein bißchen kritisch über den Islam berichten und seine Hände dennoch weiter in liberaler Unschuld waschen. Aber immerhin zeigen solch zaghafte Abgrenzungsversuche, daß vor lauter Multikulti-Wahn offenbar doch noch nicht ganz alle Hemmungen verloren wurden.

Anders als die mittelfränkische FDP-Politikerin Birgit Wegner, die auf Facebook ganz offensiv mit einem Kopftuch-tragenden Kind für ihr Verständnis von „Toleranz als Grundlage für Freiheit“ wirbt. Zumindest in der FDP scheint die Enissa-Amanisierung der Kopftuchdebatte also bereits in ihrer ganzen Flachheit angekommen zu sein.

Model mit Kopftuch: Bizarre Faszination für den Islam Foto: dpa

Unterstützung

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

aktuelles

All articles loaded
No more articles to load