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Meinung
 

Warum immer nur Rechtspopulismus?

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Wieso gelten immer nur jenen Parteien als populistisch, die sich rechts von der politischen Mitte bewegen? Foto: Pixelio/S. Hofschlaeger

Populistisch sind alle Parteien. Sie biedern sich beim Volk (lateinisch: populus) doch alle an, versuchen ihm zu gefallen und nach dem Mund zu reden, um gewählt zu werden. Aber wieso wird immer nur jenen Parteien der Vorwurf des Populismus angehängt, die sich rechts von der politischen Mitte bewegen?

Warum wird inzwischen immer nur von Rechtspopulismus gesprochen, aber kaum noch von Linkspopulismus? Und sind Politiker und Parteien, die sich einer politischen Mitte zurechnen, so ganz und gar unpopulistisch? Solche Fragen fallen gerade jetzt nach der Parlamentswahl in Finnland ins Auge.

„Ein Rechtspopulist, der die Ungebildeten verführt“

Dort haben die „Wahren Finnen“ einen großen Aufstieg erlebt, der sie prompt ins politische Blickfeld rückt. Und ebenso prompt wird die Partei in deutschen Medien als „rechtspopulistisch“ verächtlich gemacht und gleichsam gebrandmarkt. Ein Beispiel: Für Welt Online ist Wahlsieger Timo Soini „ein Rechtspopulist, der die Ungebildeten verführt“.

Aber was tun, bitte, die Herren Gysi, Lafontaine, Trittin, Schäuble, Brüderle, Westerwelle, Gabriel und wie sie sonst noch in allen diesen Parteien heißen? Oder die Damen Merkel, Künast, Roth, von der Leyen, Leuthausser-Schnarrenberger, Lötzsch und Wagenknecht? Verführen sie alle nicht? Oder verführen sie nur die Gebildeten, also ganz unpopulistisch? 

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