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Interview
 

„Die wahnwitzige Eurorettung stoppen“

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Wolfgang Hübner: Von den Freien Wählern zur AfD Foto: Freie Wähler Frankfurt

Die Freien Wähler werden von Parteichef Aiwanger „nach Gutherrenart“ geführt, berichtet Wolfgang Hübner, der Fraktionschef im Frankfurter Römer. Er ist deswegen zur AfD gewechselt. Im Interview mit der JUNGEN FREIHEIT spricht er über seine Beweggründe und seine Pläne für die neue Partei.

Herr Hübner, Sie sind seit kurzem stellvertretender Sprecher (Landesvorsitzender) der AfD in Hessen, was erwarten Sie sich von der Partei, was wollen Sie erreichen?

Wolfgang Hübner: Ich will das fortsetzen, was ich bei den Freien Wählern begonnen habe: die kommunale Selbstverwaltung stärken und die wahnwitzige Eurorettungspolitik stoppen.

Was meinen Sie genau mit „kommunaler Selbstverwaltung“, und glauben Sie wirklich, daß sich Wähler dafür begeistern können?

Hübner: Das denke ich schon. Die Kommunen werden derzeit erdrosselt mit Vorgaben vom Bund und seit langer Zeit zusätzlich mit Vorgaben aus Brüssel. Ich will erreichen, daß die Kommunen ihre Finanzen wieder selbst im Griff haben. Das betrifft die Bürger ganz konkret.

War das für Sie bei den Freien Wählern nicht mehr möglich?

Hübner: Ja. Die Freien Wähler werden von Hubert Aiwanger nach Gutsherrenart geführt. Die haben so keine Zukunft.

Wird es weitere Übertritte von den Freien Wählern in Frankfurt oder Hessen zur AfD geben?

Hübner: Einige sind ja schon gewechselt. Andere werden vermutlich folgen. Wir haben im Vorstand der AfD beschlossen, vorübergehend auch Doppelmitgliedschaften zu erlauben, weil wir den Verein Freie Wähler e.V. nicht sprengen wollen.

Die AfD gilt als Ein-Themen-Partei, welche politischen Themen wollen Sie neben der Euro-Krise noch anpacken?

Hübner: Die AfD ist keine Ein-Themen-Partei. Sie tritt auch für Volksentscheide ein und hat auch zu Themen wie Familie und Integration prägnante Positionen.

Welche Gefahren drohen der AfD Ihrer Ansicht nach nun noch bis zur Bundestagswahl?

Hübner: Von außen drohen unqualifizierte Angriffe wie die Verdächtigung des Rechtsradikalismus. Von innen drohen Streitigkeiten durch die Vielzahl von politischen Strömungen, die eine neue Heimat gefunden haben und sich erst auf einen gemeinsamen Nenner einigen müssen.

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Wolfgang Hübner (66), Journalist, ist Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Frankfurter Römer und neuerdings bei der Alternative für Deutschland (AfD)

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