Joachim Kuhs

 

Glücksgefühle in Südhessen

Wir alle sind dafür verantwortlich, den jungen Menschen seelisches, körperliches und soziales Wohlbefinden zu verschaffen.“ Wer würde dieser Feststellung des Oberstudiendirektors Ernst Fritz-Schubert schon widersprechen. Zumindest an der Martin-Buber-Hauptschule im südhessischen Heppenheim und an einer weiteren Schule in Rimbach/Odenwald konnte man sich den überzeugenden Argumenten des 61jährigen „Erfinders“ des „Schulfaches Glück“ nicht verschließen und startete dort deshalb zwei Projekte, um mit diesem Fach „Lebenskompetenz und Lebensfreude“ bei den Schülern zu vermitteln.

Da ist zum Beispiel Vanessa, eine 15jährige Heppenheimerin: „Anstatt Religion hat sie das ‘Schulfach Glück’ . Seitdem geht es mit ihr bergauf“, jubelt die Regionalsendung „Hessen aktuell“ am vergangenen Montag über das neue Fach der Hauptschülerin. Auch die Familie freue sich, denn Vanessa kommt nicht mehr schlecht gelaunt nach Hause, wissen die Journalisten des Hessischen Rundfunks. Schüler sollen sich nämlich „nicht nur über Noten oder Rechtschreibfehler definieren“, erklärt die Off-Stimme das Anliegen des Weinheimer Paukers Fritz-Schubert. Letztere dürften wohl kaum anfallen, beim Trainieren „des Angst-Überwinden“ oder ähnlichem, was hauptsächlich in Gruppenspielen stattfindet. Gegenseitig versichern sich die Jugendlichen, was sie aneinander schätzen. „Beste Freundin“ oder „sehr nett“, aber auch „geile Augen“, schreibt man sich dann auf „Glücksumschläge“. „Selbst die Augen der Migrantenkinder fangen an zu leuchten“, schwärmt Fritz-Schubert in die Kamera, „dieses Leuchten färbt dann ab und wir haben die positive Stimmung“.   

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