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Der Ball liegt bei der FPÖ

Haiders Talent hat selbst aus einem Fehler, nämlich der Abspaltung des BZÖ von der FPÖ 2005, in den letzten Wochen überraschend eine funktionierende „Zwei-Firmen-Theorie“ gemacht: „Getrennt marschieren, vereint schlagen !“ Nach seinem tragischen Tod wird sich diese Strategie so nicht mehr fortschreiben lassen: Außerhalb Kärntens stehen damit fast 10 Prozent der Stimmen zur Disposition. Im Rahmen einer Rechts-Koalition hätte auch die ÖVP gute Chancen auf einen Teil dieser Erbschaft — Schüssel hat das 2002 vorexerziert. Allerdings scheint sich die ÖVP unter dem Eindruck der weltwirtschaftlichen Hiobsbotschaften nun doch in die Arme der SPÖ zu flüchten. Damit ist der Ball zu Straches FPÖ gespielt: Um diese Chance auch zu verwerten, wird es einer großzügigen Geste an die trauernden Hinterbliebenen bedürfen — und ganz allgemein einer Profilerweiterung. Mit ihren Disco-Touren ist die FPÖ bei der Jugend (und der Arbeiterschaft) bereits stärkste Partei. Jetzt fehlt ihr noch eine komplementäre „bürgerliche“ Strategie. Haider ist es immer leicht gefallen, zwischen verschiedenen Rollen zu wechseln. Der heutigen FPÖ wird das wohl mehr Mühe machen; aber die bleibt ihr nicht erspart.   Prof. Dr. Lothar Höbelt lehrt Neuere Geschichte an der Universität Wien.

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