Berlusconi zum Dritten

Silvio Berlusconi kehrt mit einem klaren Wahlsieg an die Macht zurück. Trotz der an Haß grenzenden Feindseligkeit der linken Gegner sowie des Establishments, das immer versuchte, den als Populisten verschrienen Medienmagnaten auszugrenzen, hat er hartnäckig dafür gekämpft. Dennoch, das persönliche Triumphgefühl bleibt gedämpft angesichts der riesigen Probleme (Alitalia, Wirtschaftslage, Staatsverschuldung), die auf den 71jährigen in den nächsten fünf Jahren warten. Die Machtverhältnisse in der Mitte-Rechts-Koalition aus nur drei Parteien sind vereinfacht, so daß ihm der übliche italienische Zermürbungsprozeß innerhalb des Regierungslagers – wie im Falle seines linken Vorgängers Romano Prodi – wohl erspart bleibt. Es wird trotzdem nicht einfach sein, den alltäglichen Konsens mit der gestärkten Lega Nord zu schaffen. Deren Chef Umberto Bossi erwies sich schon früher als schwieriger Partner. Doch der „Cavaliere“ hat ein klares Mandat erhalten, um endlich mit den notwendigen Reformen und der Modernisierung des Landes zu starten. Von Berlusconis Seite waren daher keine triumphierenden Töne zu hören, statt dessen eine Warnung vor schwierigen Zeiten und ein Appell an die Opposition. Nüchterne und besonnene Worte, die auf eine schrittweise Überwindung des „Sonderfalls Italien“ hoffen lassen.

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