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Was nun, Familien?

In puncto finanzieller Familienförderung hat Deutschland einen Spitzenplatz inne. Gleichzeitig ist es, ebenfalls seit Jahren, weltweit eines der kinderärmsten Länder. Die thüringische CDU dürfte diese Sachlage übersehen haben und will mit einer weiteren Finanzspritze neue Gebärlust entfachen. Ministerpräsident Dieter Althaus möchte durch eine noch zu gründende Landesstiftung „FamilienSinn“ Familienförderung haushaltsunabhängig sichern. Eckpunkte der „kinderbezogenen Familienpolitik“ lehnen sich an das Bonus-System der DDR an. 5.000 Euro zinsvergünstigtes Darlehen (zu DDR-Zeiten waren es 5.000 Mark zinslos bei der Eheschließung) sollen künftig Eltern bei der Geburt des ersten Kindes erhalten. Folgende Kinder tilgen einen Teil der Schuld, ab dem vierten Kind gilt das Darlehen als abgezahlt. Weiterhin soll ein Landeserziehungsgeld in Höhe von 150 Euro monatlich für das erste, 200 für das zweite und 300 für jedes weitere Kind im dritten Lebensjahr ausgezahlt sowie eine „kommunale Investitionspauschale“ (man beachte die Terminologie!) von 1.000 Euro pro Neugeborenem zugunsten von Betreuungseinrichtungen freigemacht werden. Daß es sich dabei weitgehend um eine finanzielle Umverteilung innerhalb des Familiensektors handelt, ist klar. Mit einigem Recht spricht die PDS – die selbst keine besseren Ideen parat hat – von einer „zynischen Gebärprämie“. Merke: Für ein paar Tausender mag sich so mancher nackt ausziehen oder in einer Fernsehsendung öffentlich blamieren – der Kinderwunsch aber ist nicht käuflich. Sollte man das bedauern?

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