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So prima war die Zone

Keinem Fernsehintendanten wäre es 1959 in den Sinn gekommen, anderthalb Jahrzehnte nach dem Untergang des NS-Staates eine Unterhaltungssendung zu produzieren, in der Moderatoren auch nur Teilaspekte des Dritten Reiches nostalgisch verklärt hätten. Vermutlich wäre von seiten der Opferverbände ein Sturm der Entrüstung ausgebrochen, der die Fernsehmacher umgehend vom Sessel gefegt hätte. Doch genau das wird nun hinsichtlich der jüngeren deutschen Diktatur ohne Skrupel gegenüber deren Opfern inszeniert. Mit der Ausstrahlung von „Ostalgie-Shows“ wird die Schamgrenze im Umgang mit der SED-Diktatur weiter abgesenkt. Nicht nur für diejenigen, die Leben oder Gesundheit in diesem System einbüßten und/oder über Jahre in den Lagern und Knästen der SBZ/DDR ihren Hunger nach Freiheit und Demokratie bitter bezahlten, stellt solche „Unterhaltung“ einen nachträglichen Schlag ins Gesicht dar. Ebenso sind diese Sendungen für alle eine Beleidigung, die sich damals und heute nicht dem puren Opportunismus verschrieben haben. Gerade vom ZDF hätte man vergangenen Sonntagabend einen sensibleren Umgang mit der Thematik erwarten können. Der Mainzer Sender, der sich ansonsten wie kein anderer einer kritischen Aufarbeitung der „jüngsten Vergangenheit“ verpflichtet sieht und jedem Versuch einer nüchternen Historisierung des NS-Staates eine klare Absage erteilt, beweist damit wieder einmal, wie sehr der Geist der politischen Einseitigkeit auch bei ihm Einzug gehalten hat.

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