BERLIN. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit mehreren europäischen Regierungschefs offenbar den Namen seines österreichischen Amtskollegen vergessen. Während er Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen noch vollständig vorstellte und beim finnischen Regierungschef Petteri Orpo lediglich kurz ins Stocken geriet, endete die Begrüßung des Österreichers bei „Christian, ähm …“.
Der Nachname Stocker fiel nicht mehr. Stattdessen wechselte Merz kurzerhand zu den Vornamen seiner Gäste: „Lieber Christian, liebe Mette, lieber Petteri.“
Der österreichische Bundeskanzler ließ sich den Aussetzer nicht anmerken. Dabei war Christian Stocker für Merz kein neues Gesicht. Bereits im Juni 2025 hatte er den ÖVP-Chef zu dessen Antrittsbesuch im Bundeskanzleramt empfangen. Damals brachte Merz laut der offiziellen Mitschrift noch ein „Lieber Christian Stocker, herzlich willkommen“ ohne längere Pause über die Lippen.
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Merz und Stocker wehren sich gegen EU-Pläne
Inhaltlich ging es bei dem Treffen um den nächsten EU-Finanzrahmen für die Jahre 2028 bis 2034. Deutschland, Österreich, Dänemark und Finnland wollen gemeinsam gegen eine starke Ausweitung des Brüsseler Haushalts vorgehen. Vertreter der Niederlande und Schwedens waren zugeschaltet.
Stocker warnte davor, die finanzstarken Mitgliedstaaten immer weiter zu belasten. „Die Nettozahler sind nicht der Bankomat der EU“, sagte der österreichische Kanzler. Die beteiligten Staaten entzögen sich ihrer Verantwortung nicht, doch könne die Europäische Union ihre Probleme nicht einfach mit zusätzlichem Geld zuschütten.
Beim gemeinsamen Auftritt versicherte Stocker, die Regierungschefs sprächen in der Haushaltsfrage „mit einer Stimme“. Mit einer österreichischen Redewendung brachte er Merz schließlich sogar zum Schmunzeln: „Wir müssen die Rechnung mit dem Wirt machen und nicht nur mit den Gästen.“ (rr)





