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Anleihe-Rückkauf: Wie der US-Plan zur Zinssenkung durchkreuzt wird

Anleihe-Rückkauf: Wie der US-Plan zur Zinssenkung durchkreuzt wird

Anleihe-Rückkauf: Wie der US-Plan zur Zinssenkung durchkreuzt wird

US-Finanzminister Scott Bessent: Verpufft sein Anleihe-Rückkauf, um die Zinskurve zu drücken? Foto: IMAGO / Anadolu Agency
US-Finanzminister Scott Bessent: Verpufft sein Anleihe-Rückkauf, um die Zinskurve zu drücken? Foto: IMAGO / Anadolu Agency
US-Finanzminister Scott Bessent: muss noch ein Weilchen auf einen Sieg warten. Foto: IMAGO / Anadolu Agency
Anleihe-Rückkauf
 

Wie der US-Plan zur Zinssenkung durchkreuzt wird

Der Anleihemarkt hält US-Finanzminister Scott Bessent auf Trab. Dieser erhöht das Rückkaufprogramm, um die Zinskurve zu drücken. Welche Auswirkungen sich jetzt gesamtwirtschaftlich abzeichnen.
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Im Jahre 333 v. Chr. besiegte Alexander der Große in der Schlacht bei Issos das Heer des persischen Großkönigs Dareios III. Seit Amtsantritt kämpft US-Finanzminister Scott Bessent für sein eigenes 3-3-3: drei Prozent Wirtschaftswachstum bei einem Haushaltsdefizit von drei Prozent und einer Ausweitung der Ölförderung um drei Millionen Barrel pro Tag. Doch der Finanz-Feldherr muss noch ein Weilchen auf einen Sieg warten.

Denn derzeit hält ihn der Anleihemarkt auf Trab. Seit Mitte August steigen Zinsen langlaufender Anleihen in einem Markt, in dem viele Akteure im Urlaub sind. Die Rendite 30jähriger US-Staatsanleihen stieg um 0,1 von 5,2 auf 5,3 Prozent. Im Vergleich zum Anstieg von 1,9 auf bis zu 4,3 Prozent im Jahr 2022 ist das nicht gerade viel. Damals gingen Silicon Valley Bank und andere pleite. Auch bei den Zehnjährigen ist der Ausschlag vergleichbar gering und bewegt sich im Rahmen der üblichen Schwankungsbreiten.

Die Niedrigzinsphase ist vorbei

Schnell war die übliche Erklärung über Inkompetenz von Donald Trumps Regierung zur Hand und eine Flucht der Anleger aus dem Dollar sei erkennbar. Schönheitsfehler der Theorie: Zehnjährige Bundesanleihen sahen ihre Rendite sogar um 0,15 Prozent steigen, die Frankreichs sogar um 0,25 Prozent. Also deutlich mehr als der US-Anstieg. Von einer Anlegerflucht aus Europa wollte dann aber doch niemand reden.

Es geht also keineswegs um ein rein amerikanisches Phänomen, das plötzlich aus dem Nichts aufgetreten ist. Die Niedrigzinsphase ist seit dem Zinstief während Corona vorbei und viele Anleger bereiten sich auf Inflation vor. Gerade bei 30jährigen Anleihen wirkt sich latente Inflationsangst auf die Renditen aus. Sie macht sich auch durch höhere Kurse von Gold und Bitcoin bemerkbar, die zwar steigen, aber noch weit unter ihren Höchstständen liegen. Dazu kommen KI und Datenzentren, die in Konkurrenz zu Staaten um das Kapital der Anleger buhlen.

Die Finanzierung der staatlichen Umverteilung steht im Wettbewerb zu Innovation und Wachstum. Anleihen zur Finanzierung von Rechenzentren rentieren zwischen sieben und zehn Prozent, je nach Laufzeit und Anbieter. Viele Anleger betrachten den Zinsaufschlag als attraktiv genug, um auf Risiko statt auf Staatsanleihen zu setzen. Anleiheemissionen mit KI-Bezug belaufen sich in diesem Jahr bisher auf 250 Milliarden Dollar, bis Jahresende könnte es sich verdoppeln.

Zentralbanken halten ihre Währungsreserven in kurzfristigen Anleihen

Für Verwirrung und Kritik sorgte Bessents Ankündigung zur Erweiterung des Anleiherückkaufprogramms von zwei auf vier Milliarden Dollar. Langfristige Anleihen werden dabei zurückgenommen und durch kurzlaufende ersetzt. Das soll Zinsen sparen. Angesichts der geringen Summen ist die direkte Ersparnis minimal. Interessant werden könnte es aber, wenn von den Käufen eine Signalwirkung auf die Gesamtheit des langen Endes der Zinskurve ausgeht. Dann kann das langfristige Zinsniveau insgesamt sinken, was gesamtwirtschaftliche Auswirkungen weit über den Staatshaushalt hätte. Diese Maßnahme auch noch ins Sommerloch zu legen, ist grundsätzlich erfolgversprechend. Leider ging die Rechnung nicht auf und Bessent steht da wie die Perser in Issos.

Ein weiterer Kritikpunkt an Bessents Zinskurvenkontrolle ist das Risiko eines Käuferstreiks bei kurzfristigen Titeln, die als Ersatz der langfristigen emittiert werden. Der Vorwurf, der schon gegen die damalige Finanzministerin Janet Yellen erhoben wurde, ist nicht gerechtfertigt. Denn Zentralbanken halten ihre Währungsreserven in kurzfristigen Anleihen, um bei Bedarf sofort Liquidität zu haben.

Aus der JF-Ausgabe 36/26.

US-Finanzminister Scott Bessent: muss noch ein Weilchen auf einen Sieg warten. Foto: IMAGO / Anadolu Agency
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