SYLT. Die Polizeidirektion Flensburg hat der bisherigen Wahrnehmung widersprochen, dass es sich grundsätzlich um keinen Straftatbestand handele, wenn selbsternannte Klima-Aktivisten Luft aus Reifen lassen. „Es hieß nur, dass es sich nicht um eine klassische Sachbeschädigung handelt“, sagte eine Sprecherin der JUNGEN FREIHEIT. Die Sprecherin der Polizei bestätigte, dass inzwischen 40 bis 50 derartige Fälle gemeldet wurden. Die Ermittlungen habe der Staatsschutz übernommen. Dabei handelt es sich um eine spezialisierte Abteilung innerhalb der Kriminalpolizei, die unter anderem bei politisch motivierten Straftaten ermittelt. Ob es sich um einen Straftatbestand handelt, werde schlussendlich durch die Justiz entschieden.
Zuvor hatten mehrere Medien in Berichten suggeriert, es gebe keinerlei Ermittlungen gegen die Klima-Chaoten.
Hintergrund ist ein Vorfall auf Sylt. Das linksradikale „Widerstands-Kollektiv“ hatte in der Nacht zu Dienstag bei 50 „Luxuskarren die Luft aus Reifen gelassen“, hieß es in einer Pressemitteilung des Bündnisses. Die Täter hätten rote Linsen verwendet, damit sich die Reifen langsam entleeren.
„Klima-Aktivisten“ haben Luxus im Visier
Zudem markierten sie die Autos. „Vielleicht macht Sie diese Aktion im ersten Moment wütend. Bitte nehmen Sie sie dennoch nicht persönlich. Es geht nicht um Sie als Person, sondern um die Art von Fahrzeug und den damit verbundenen Autoverkehr“, heißt es in einer Nachricht, die sie bei den Autos hinterließen.
Laut den Tätern belasteten die Herstellung, der Ressourcenverbrauch und der Betrieb der angegriffenen Fahrzeuge das Klima und die Umwelt. Für „viele Luxusurlauber gehört der teure Wagen zum Aufenthalt wie die Austern und das Champagnerglas. Für eine kleine Insel wie Sylt ist dieser Kult weder notwendig noch verantwortbar“, so die Mitglieder des Bündnisses. „Sylt ist klein. Viele Ziele sind mit dem Fahrrad, zu Fuß, mit dem Bus oder der Bahn erreichbar.“

Das „Widerstands-Kollektiv“ gründete sich im Februar 2025 und diente als Nachfolgeorganisation der „Letzten Generation“. Ziel war eine strategische Neuausrichtung. Die Mitglieder wollten sich weniger auf die Straße kleben. Zudem gründete sich die „Neue Generation“, um sich für „eine demokratische, gerechte und liebevolle Gesellschaft“ einzusetzen, schreibt die „Letzte Generation“ auf ihrer Internetseite. (mas)





