BERLIN. Die Linkspartei hat ihren Vorsprung für die Abgeordnetenhauswahl stark ausgebaut. In einer neuen Umfrage führt sie mit 22 Prozent, berichtete der Umfrageinstitut „infratest dimap“ im Auftrag des RBB am Donnerstag. Im Vergleich zur vergangenen Erhebung von Anfang Juli steigt die Linkspartei um zwei Prozentpunkte.
Am stärksten hat die CDU zugelegt und liegt nun mit 20 Prozent (plus drei Prozentpunkte) hinter der Linkspartei. Ihr folgen die Grünen mit 17 Prozent (minus zwei Prozentpunkte), die AfD mit 16 Prozent (minus zwei Prozentpunkte) und die SPD mit 12 Prozent (minus ein Prozentpunkt).
Die FDP und das BSW liegen weiterhin bei drei Prozent. Sie würden nach aktuellem Stand nicht über die Fünf-Prozent-Hürde kommen und dadurch nicht in das Abgeordnetenhaus ziehen. Laut Umfrage haben 49 Prozent ihre Wahlentscheidung bereits festgelegt, bei 28 Prozent könne sie sich noch ändern und weitere 22 Prozent sind noch unentschieden.

Berliner freuen sich über Wegners Rückzug
Insgesamt befürworten 77 Prozent, dass der derzeitige Berliner Bürgermeister, Kai Wegner (CDU), von seiner Kandidatur als Spitzenkandidat zurückgetreten ist. Dieser Schritt erfolgte, nachdem die Senatskanzlei eingeräumt hatte, dass der CDU-Politiker entgegen seinen eigenen Aussagen nicht nach dem linken Terroranschlag auf die Energieversorgung der Hauptstadt seit 8:08 Uhr morgens mit der Bundesregierung telefoniert hatte (JF berichtete). Acht Prozent finden Wegners Rückzug falsch.
Der neue Spitzenkandidat der CDU ist der stellvertretende Bürgermeister Berlins, Stefan Evers. Während 17 Prozent mit seiner bisherigen Arbeit zufrieden sind, sind 21 Prozent unzufrieden.

Gäbe es die Möglichkeit, den Bürgermeister direkt zu wählen, bekäme Evers elf Prozent und Elif Eralp (Linkspartei) neun Prozent. Steffen Krach (SPD) bekäme sieben Prozent, Kristin Brinker (AfD) fünf Prozent und Werner Graf (Grüne) drei Prozent. (mas)





