WASHINGTON. Der prägende Außenpolitiker der Republikaner und US-Senator Lindsey Graham ist in der Nacht zu Sonntag gestorben. Nach Angaben seines Büros war eine „kurze und plötzliche Erkrankung“ der Grund dafür. „Er arbeitete ununterbrochen und war ein echter amerikanischer Patriot“, schrieb der US-Präsident Donald Trump auf seinem Netzwerk Truth Social. „Er war einer der größten Menschen und Senatoren, die ich jemals kannte.“
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz würdigte Graham. „Er war ein wahrer Freund und ein Partner Deutschlands im transatlantischen Bündnis“, schrieb er auf dem Kurznachrichtendienst X. „Mehr als vier Jahrzehnte haben wir Seite an Seite gestanden. Ich werde ihn vermissen.“
US Senator Lindsey Graham was a true friend and partner of Germany in the transatlantic alliance. We stood side by side for more than four decades.
I will miss him. pic.twitter.com/yBZ4r6hW5D
— Bundeskanzler Friedrich Merz (@bundeskanzler) July 12, 2026
Graham war ein Befürworter des Irakkrieges
Zuletzt hatte Graham Wolodymyr Selenskyj in Kiew besucht, um über neue Sanktionen gegen Russland zu sprechen. „Lindsey war ein wahrer Verfechter der Freiheit und der Werte, die unsere Welt sicherer machen“, hieß es vom ukrainischen Staatschef auf X.
Graham wurde 1955 geboren und war vor seiner politischen Karriere unter anderem als Jurist für die US-Armee tätig. 1995 zog er erstmals für die Republikaner ins Repräsentantenhaus ein, 2003 wechselte er als Vertreter des Bundesstaates South Carolina in den Senat. Seinen Namen machte er sich als Befürworter des Irakkrieges und einer interventionistischen US-Außenpolitik. Zudem plädierte er bereits 2024 für den Angriff auf den Iran und befürwortete eine strikt antirussische Linie im Ukrainekrieg.

Innenpolitisch galt er als gemäßigt konservativ. Zunächst stand er Trump kritisch gegenüber, während dessen erster Amtszeit als Präsident wurde er jedoch zu seinem politischen Alliierten. (kuk)





