BERLIN. Auf knapp zwölf Prozentpunkte ist der Vorsprung der AfD (29 Prozent) in der aktuellen Insa-Umfrage auf die CDU gewachsen. Dieser spezielle Effekt liegt daran, dass das Meinungsforschungsinstitut die Unions-Parteien diesmal auch getrennt ausweist. Die CDU kommt demnach auf 17,1, die CSU auf 4,4 Prozent.
Für beide Parteien bedeutet dies herbe Verluste. Im Vergleich zur Bundestagswahl vom Februar vorigen Jahres verliert die CDU 5,5, die bayerische Schwester 1,6 Prozenpunkte. Die vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder angeführte Partei fällt sogar unter die Sperrhürde. Seit Bestehen der Bundesrepublik ist das noch nie passiert.

Würde die CSU rausfliegen?
Hätte das Bundesverfassungsgericht nicht den von der Ampel-Regierung eingeführten Wegfall der Grundmandatsklausel gekippt, müsste sie ernsthaft um ihre bundesweite parlamentarische Existenz zittern. Derzeit kann die CSU durch den Gewinn von mindestens drei Direktmandaten wieder in den Bundestag einziehen. Zuletzt hatte sie in Bayern fast alle Wahlkreise gewonnen.
Im Vergleich zur vorigen Umfrage verliert die Union insgesamt um 0,5 Punkte und kommt nur noch auf 21,5 Prozent. Ihr Koalitionspartner SPD büßt im gleichen Umfang ein und erreicht 12,5 Prozent. Zusammen kommt die Koaltion auf 34 Prozent – elf Punkte weniger als bei der Bundestagswahl. Die AfD bleibt bei ihrem Rekordwert von 29 Prozent, den sie bei Insa nun schon seit mehr als einem Monat hält.

Knapp vor den Sozialdemokraten liegen die Grünen mit unverändert 13 Prozent. Die Linke legt um einen halben Prozentpunkt zu auf 10,5. Die FDP klettert von drei auf vier Prozent, würde aber weiterhin den Einzug in den Bundestag verpassen. Leicht verbessert zeigt sich auch das BSW (+0,5 Punkte), würde mit 3,5 Prozent aber genauso wenig einziehen. Alle anderen Parteien verlieren einen Punkt und erreichen addiert sechs Prozent. (fh)





