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Sven Schulze und Mario Voigt: CDU-Ministerpräsidenten blamieren sich mit KI-Gastbeitrag in der „Welt“

Sven Schulze und Mario Voigt: CDU-Ministerpräsidenten blamieren sich mit KI-Gastbeitrag in der „Welt“

Sven Schulze und Mario Voigt: CDU-Ministerpräsidenten blamieren sich mit KI-Gastbeitrag in der „Welt“

KI statt eigener Leistung: Thüringens und Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Sven Schulze (links) und Mario Voigt.
KI statt eigener Leistung: Thüringens und Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Sven Schulze (links) und Mario Voigt.
KI statt eigener Leistung: Thüringens und Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Sven Schulze (links) und Mario Voigt. Foto: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
Sven Schulze und Mario Voigt
 

CDU-Ministerpräsidenten blamieren sich mit KI-Gastbeitrag in der „Welt“

Die Länderchefs von Thüringen und Sachsen-Anhalt, Voigt und Schulze, veröffentlichen einen Gastbeitrag in der „Welt“. Unter Druck müssen sie einräumen, dass das nicht ihre eigene Leistung war.
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ERFURT/MAGDEBURG. Schwere Vorwürfe gegen die CDU-Ministerpräsidenten Mario Voigt (Thüringen) und Sven Schulze (Sachsen-Anhalt). Einen am gestrigen Montag veröffentlichten Gastbeitrag für die Welt zur Musikmischung in deutschen Radios sollen nicht sie, sondern die Künstliche Intelligenz, mutmaßlich Google Gemini, geschrieben haben. Der Text trägt die Überschrift: „Wir brauchen mehr Raum für deutsche Stimmen“.

Darauf hatte zuerst der Journalist Jonathan Peaceman auf Bluesky aufmerksam gemacht. Bestätigt wird der Verdacht auch vom KI-Detektor „Pangram“, der erkennt, ob ein Text von Menschen oder der KI geschrieben wurde. Ergebnis im Fall von Schulze und Voigt: Mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 Prozent wurde der Text von einem der Programme wie Google Gemini oder ChatGTP verfasst.

Auch der bekannte Plagiatsjäger Stefan Weber kommt zu dem Schluss, der Beitrag sei „wohl weitgehend von KI verfasst worden“. Da dies nicht gekennzeichnet wurde, sei dies „ein schwerwiegender journalistischer und moralischer Verstoß“. Er spricht auch vom „Betrug am Leser“. Weber schreibt auf seiner Webseite: „Voigt hat die unbelegte KI-Benutzung mittlerweile eingestanden.“

Schulze schiebt Verantwortung auf Voigt ab

Der im brisanten Sachsen-Anhalt-Wahlkampf steckende Ministerpräsident Schulze schob alle Verantwortung dafür auf seinen Kollegen Voigt ab, dem wegen Plagiaten bereits der Doktortitel aberkannt wurde. Er, Schulze, habe nur inhaltliche Positionen eingebracht. Die redaktionelle Arbeit habe der Thüringer Amtskollege erbracht.

Und wie reagiert Ministerpräsident Voigt? Anders als bei seiner Promotion streitet seine Staatskanzlei nicht ab, dass Künstliche Intelligenz angewendet wurde: „Selbstverständlich nutzen wir bei unserer Arbeit auch moderne digitale Werkzeuge, darunter KI-Anwendungen“, sagte eine Sprecherin dem Tagesspiegel. Und sie räumt offen ein: „Dass einzelne Formulierungen oder sprachliche Wendungen durch digitale Hilfsmittel angeregt oder verbessert werden, ist ein zeitgemäßer Einsatz dieser Technologien.“

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Weber geht davon aus, dass Google Gemini den Gastbeitrag formuliert hat. Er nennt als Beispiele 25 Textstellen, wie sie typischerweise von KI und nicht von Menschen formuliert werden. Dazu gehörten vor allem Antithesen wie „Musik ist mehr als Unterhaltung. Sie ist Sprache, Identität, kulturelles Selbstverständnis“ und Dreier-Wortketten (Trikola) wie „Rundfunk, Musikbranche und Festivals“.

CDU-Ministerpräsidenten beklagen zu wenig deutsche Musik

Schulze und Voigt hatten in dem Text beklagen lassen, dass nur noch drei Prozent deutschsprachige Musik im Radio laufe. Der Vorwurf: „Dieser Rückgang ist kein Zufall. Er ist das Ergebnis von Strukturen, die das Globale begünstigen und das Eigene leiser werden lassen.“

Dass die Ministerpräsidenten bei ihrem angeblichen Text selbst die eigene Leistung leiser werden ließen und das Globale, nämlich die KI, begünstigten, nimmt dem Anliegen allerdings ein wenig die Wucht. (fh)

KI statt eigener Leistung: Thüringens und Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Sven Schulze (links) und Mario Voigt. Foto: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
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