Anzeige
Anzeige

Bundesamt für Migration: Trotz Förderung verlässt kaum ein Afghane Deutschland

Bundesamt für Migration: Trotz Förderung verlässt kaum ein Afghane Deutschland

Bundesamt für Migration: Trotz Förderung verlässt kaum ein Afghane Deutschland

Menschen halten afghanische Flaggen vor dem Brandenburger Tor, bei einer Protestaktion gegen die radikalislamischen Taliban und ihren Vormarsch in Afghanistan. Afghanen gehen auch mit einer Förderung nicht zurück in ihr Heimatland.
Menschen halten afghanische Flaggen vor dem Brandenburger Tor, bei einer Protestaktion gegen die radikalislamischen Taliban und ihren Vormarsch in Afghanistan. Afghanen gehen auch mit einer Förderung nicht zurück in ihr Heimatland.
Afghanistan-Flaggen vor dem Brandenburger Tor: Die Linkspartei findet selbst die freiwillige Ausreise zu hart. Foto: picture alliance/dpa | Annette Riedl
Bundesamt für Migration
 

Trotz Förderung verlässt kaum ein Afghane Deutschland

Während die Regierungen fast keine Afghanen abschieben, bieten sie ihnen die Finanzierung einer freiwilligen Rückreise an. Doch auch dieses Angebot wird kaum wahrgenommen.
Anzeige

BERLIN. Seit 2023 sind bis März dieses Jahres nur 222 afghanische Einwanderer mit finanzieller Unterstützung aus Deutschland in ihr Land zurückgekehrt. Bei dem Großteil soll es sich um Männer handeln, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei, die dem Evangelischen Pressedienst vorliegt. In Deutschland lebten Ende 2025 rund 450.000 afghanische Staatsbürger.

Das Bundesamt für Migration fördert seit 2025 durch die Programme „Reintegration and Emigration Programme for Asylum-Seekers in Germany/Government Assisted Repatriation Programme“ freiwillige Heimreisen nach Afghanistan. „Zu den Fördermöglichkeiten gehören die Übernahme der Reisekosten sowie gegebenenfalls die Zahlung einer Reisebeihilfe und einer Starthilfe“, schreibt die dem Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) unterstellte Behörde auf ihrer Internetseite. Je nach Herkunftsland werde auch eine „Reintegrationsunterstützung“ angeboten.

Zusätzlich finden kaum Abschiebungen nach Afghanistan statt

Das Programm richte sich an „alle Drittstaatsangehörigen, die an einer freiwilligen Ausreise interessiert sind, unabhängig von laufenden oder bereits beendeten Asylverfahren“. Selbst nach einem abgelehnten Asylantrag könne die Förderung innerhalb einer festgelegten Frist beantragt werden. Bisher seien über diese Programme 88 Ausreisen nach Afghanistan übernommen worden.

Zuvor konnten sich Afghanen ihre Heimreise durch die Länder refinanzieren lassen. Das Bundesamt für Migration beteiligte sich an den durch die Länder verauslagten Kosten. Bei den Reise- und Transportkosten etwa übernahm es die Hälfte der Ausgaben.

Währenddessen wurden insgesamt 171 Afghanen zurück in ihre Heimat abgeschoben. 2023 wurden fünf, 2024 wurden 28 und unter der derzeitigen Regierung aus Union und SPD wurden 138 Afghanen zurückgeführt.

Linke findet Unterstützung für Afghanen zu gering

Laut der Bundestagsabgeordneten der Linkspartei, Clara Bünger, sei häufig „von freiwilliger Rückkehr die Rede“, aber in Wahrheit sollen „geförderte Ausreisen meist unter großem Druck“ erfolgen.

Mit einer Spende unabhängigen Journalismus unterstützen.

Zudem sei die Unterstützung „viel zu gering, um in einem Land wie Afghanistan, in dem die Wirtschaft am Boden liegt und mehr als 17 Millionen akut Hunger leiden, ein sicheres und würdiges Leben aufzubauen“. (mas)

Afghanistan-Flaggen vor dem Brandenburger Tor: Die Linkspartei findet selbst die freiwillige Ausreise zu hart. Foto: picture alliance/dpa | Annette Riedl
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles