LANDSBERG. Die Discounter-Kette „Mäc Geiz“ hat Insolvenz beantragt. Die bundesweit 183 Filialen sollen jedoch vorerst geöffnet bleiben, wie ein Sprecher des Unternehmens mitteilte. Zugleich würden alle Filialen des Unternehmens hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Stabilität auf den Prüfstand gestellt.
Die Verantwortlichen von „Mäc Geiz“ wollen während des Insolvenzverfahrens weiterhin im Amt bleiben, weshalb eine sogenannte Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt wurde. Das sei „aus unserer Sicht der richtige Weg, weil sie uns die notwendige Handlungsfähigkeit gibt, um die erforderlichen Sanierungsschritte konsequent umzusetzen“, sagte der Geschäftsführer der „GEIZ Handelsgesellschaft mbh“, Rüdiger Grommes. Er betonte, es gehe nun darum, „alle Bereiche“ des Unternehmens zu analysieren und „an die gegenwärtigen wirtschaftlichen Herausforderungen anzupassen“.
„Mäc Geiz“ wurde erst kürzlich übernommen
Erst im Februar hatte der Konkurrent „Kodi“ das Unternehmen übernommen. „Kodi“ selbst hatte erst Ende 2024 Insolvenz beantragt und im Kontext dessen etwa 80 Filialen geschlossen. Bei der Übernahme von „Mäc Geiz“ hieß es, man wolle vor allem beim Einkauf von Produkten verstärkt zusammenarbeiten und anfallende Kosten einsparen.
Die Gründe für die Firmenpleite von „Mäc Geiz“ sind vielfältig. Neben dem allgemein schwachen Konsumklima (JF berichtete) gelten auch die gestiegenen Energie-, Miet- und Personalkosten als entscheidende Faktoren. Gerade Billig-Anbieter arbeiten mit kleinen Gewinnmargen und spüren Preissteigerungen daher besonders stark.
Vor allem Ostdeutschland ist von den möglichen Schließungen massiv betroffen, denn die meisten Filialen des Unternehmens befinden sich in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin. Etwa 1.200 Angestellten droht der Verlust ihres Arbeitsplatzes, ihre Löhne werden mit dem sogenannten Insolvenzgelds drei Monate lang von der Bundesagentur für Arbeit übernommen.
Die erste „Mäc Geiz“-Filiale eröffnete 1994 in Halle an der Saale, 2024 bezog der Konzern seinen Stammsitz in einem Lager- und Logistikzentrum im sachsen-anhaltinischen Landsberg. (st)







