BERLIN. Ein 22jähriger hat vor dem Landgericht Berlin seinen Plan eingeräumt, mit Messern und einer Bombe viele Menschen in der Hauptstadt zu töten, die der Syrer für „Ungläubige“ hielt. Dazu zählten Juden und Deutsche. Schon spätestens 15 Monate nach seiner Aufnahme als Flüchtling soll er daran gegangen sein, die Mordpläne im Namen des Islam umzusetzen, wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor.
Der Tatverdächtige war Ende 2023 nach Deutschland gekommen. Mindestens ab März 2025 sei er „fest entschlossen“ gewesen, einen tödlichen Anschlag auf Nichtmuslime zu begehen, sagte er vor Gericht. Gleichzeitig gab er sich reuig: „Ich hatte Glück, dass ich erwischt worden bin.“
Als ihn die Polizei im November festnahm, stand er kurz davor, den für den Selbstmordanschlag nötigen Sprengstoffgürtel zu bauen. Laut der Anklage sei der Syrer bereits in erste experimentelle Versuche eingetreten. In seiner Vorstellung hätte er sich durch einen Anschlag „seiner Sünden entledigt“ und wäre im islamischen Sinne als Märtyrer verehrt worden.
Syrer: „Ich habe meine Gedanken vom IS bekommen“
Die Staatsanwaltschaft legt dem Mann die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und Terrorismusfinanzierung zur Last. Außerdem klagt sie ihn wegen des Verbreitens von Propagandamitteln terroristischer Organisationen in vier Fällen an. Er habe im März und Oktober 2025 in sozialen Medien Videos veröffentlicht, die mit Liedern und Hymnen der Terrormiliz Islamischer Staat unterlegt waren.
Schon kurz nachdem er in Deutschland als Zuwanderer aufgenommen worden war, hätten sich seine Träume und Ziele geändert, sagte der Angeklagte nun vor Gericht. Auf Internetplattformen wie TikTok habe er sich zunehmend radikalisiert. In Chats habe er sich unter anderem zum Märtyrertum informiert und sich Veröffentlichungen des Islamischen Staates (IS) angesehen: „Ich habe meine Gedanken vom IS bekommen.“

Zudem hatte sich der Syrer in Chats mit bislang Unbekannten über den Bau einer Bombe informiert und sich mit diesen Personen über einen möglichen Anschlag ausgetauscht. Daraufhin kaufte der Migrant ein Messer und besorgte sich online mehrere Gegenstände, die mutmaßlich zum Bau einer Spreng- und Brandvorrichtung geeignet seien, so die Staatsanwaltschaft.
Der Angeklagte, der zuletzt bei Verwandten in Berlin-Neukölln wohnte und in deren Reisebüro Hilfsarbeiten erledigte, sitzt seit 1. November in Untersuchungshaft. Bei einer Durchsuchung stellte die Polizei mehrere Beweismittel sicher. Die Richter wollen das Urteil am 5. Juni sprechen. (fh)






