BERLIN. Die Zahl derjenigen, die von der Bundesagentur für Arbeit von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Arbeit vermittelt wurden, ist zuletzt eingebrochen. Im Jahr 2017 wurden bundesweit noch 102.084 Minijobber in sozialversicherungspflichtigen Anstellungen untergebracht, 2025 waren es bis zum neuesten Zählstand einschließlich September lediglich 50.831. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr 2025 sind das etwa 68.000 sozialversicherungspflichtige Anstellungen, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten Jan Feser hervorgeht, die der Bild-Zeitung vorliegt. Innerhalb von acht Jahren entspricht das einem Rückgang von 33,4 Prozent.

Ein noch deutlicherer Trend zeigt sich bei der Vermittlung von Vollzeitstellen: Wurden 2017 noch 33.953 Leistungsempfänger in eine 40-Stunden-Arbeitswoche vermittelt, waren es 2025 – hochgerechnet auf Grundlage der Zahlen bis September – knapp 22.000. Das entspricht einem Rückgang von 35,2 Prozent innerhalb von acht Jahren.

Auch die Vermittlungsquoten der Arbeitsämter sind rückläufig. 2017 wurden 27,1 Prozent der Minijob-Aufstocker in eine reguläre Anstellung überführt, im vergangenen Jahr waren es lediglich 18,6 Prozent. Den direkten Sprung vom Minijob in die Vollzeitbeschäftigung schafften 2017 noch neun Prozent, im vergangenen Jahr waren es sechs Prozent.
AfD und CSU reagieren empört
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Feser kritisierte mit Blick auf diese Zahlen die Bundesagentur für Arbeit scharf. Diese verwalte größtenteils lediglich die Arbeitslosigkeit, „anstatt sie wirksam zu beenden“, sagte Feser der Bild-Zeitung. „Minijobs werden vielfach zum missbrauchsanfälligen Dauerzustand, statt als Brücke in echte Beschäftigung zu dienen.“
Auch die CSU-Bundestagsparlamentarierin Hülya Düber nahm gegenüber dem Blatt die aktuelle Politik ins Visier. „Wenn weniger Menschen aus der Grundsicherung in reguläre Jobs kommen, zeigt das: Die Anreize im System stimmen noch nicht. Zu oft lohnt sich Arbeit nicht.“ Es könne nicht sein, „dass Minijobber dauerhaft im System hängen bleiben“. Sie betonte die Wichtigkeit, Fehlanreize auszuräumen, und versprach „die Prüfung einer Vollanrechnung von Minijob-Einkommen“.
Die wenigsten Bürgergeldempfänger haben nächsten Monat einen Job
Laut aktuellem Arbeitsmarktbericht von Ende März dieses Jahres nahmen im November 2025 insgesamt 59.000 Bürgergeldempfänger eine reguläre Anstellung auf – das sind 1,5 Prozent. Und: Nur 56 Prozent derjenigen, die als Bürgergeldempfänger eine neue Stelle antreten, beziehen nach drei Monaten weiterhin kein Bürgergeld.
Ein Sprecher der Bundesagentur für Arbeit wies die Vorwürfe gegen seine Behörde mit Verweis auf die allgemein schwierige Situation auf dem Arbeitsmarkt zurück. Aktuell beendet statistisch nur etwa jeder Zwanzigste (5,6 Prozent) seine Arbeitslosigkeit, um im folgenden Monat eine Stelle anzutreten. (st)






