14.53 Uhr: Bundestagsvizepräsidentin Lindholz beendet die aktuelle Stunde. Die JUNGE FREIHEIT stellt damit die Live-Berichterstattung ein. Wir werden weiterhin intensiv über den Vorfall an der Oberschule Schleife und deren politische Folgen berichten.
14.52 Uhr: CSU-Mann Konrad Körner betont, dass der Vorfall von Schleife inakzeptabel sei. „Schule ist ein sensibler Raum.“ Es werfe ein zweifelhaftes Licht auf eine linke Organisation, wenn sie Pornos in einem Klassenzimmer verteile.
Aber: dass es deshalb eine einstündige Debatte im Bundestag gebe – und Morddrohungen gegen den Schulleiter – zeige, dass die AfD keinerlei Mäßigung kenne. Beatrix von Storch habe viermal „Freakshow“ und dreimal „pervers“ gerufen. Das sei nicht gerade bürgerlich. Ihr Parteifreund Frömming habe Leihmutterschaft „Babys kaufen“ genannt, auch das habe nichts mit „bürgerlicher Zurückhaltung“ zu tun, moniert der Christsoziale.
Alle müssten sich dagegenstellen, wenn der Schulleiter Morddrohungen bekomme. Auch er lobt die Arbeit von Bundesfamilienministerin Prien, die „Demokratie leben!“ auf den Prüfstand stellen will.
Der AfD-Abgeordnete Maack meldet sich für eine Kurzintervention und wirft Körner vor, Täter-Opfer-Umkehr zu betreiben. Außerdem fördere die Berliner CDU „Die Falken“ in Berlin. Maack möchte von Körner wissen, was er davon halte.
Ihm sei die Berliner Förderung „zum Glück nicht bekannt“. Es gebe „nichts groß zu rechtfertigen“, betont Körner. Es sei wichtig, „Schweinereien abzustellen“, aber die AfD wolle „einen Einzelskandal aus dem Wahlkreis von Herrn Chrupalla“ zu einem bundesweiten Thema machen.
14.43 Uhr: Der AfD-Parlamentarier Sebastian Maack unterstellt denjenigen, die von einem Versehen sprechen, Unehrlichkeit. Wer glaube, dass ein 1,6 Kilogramm schweres Pornoheft unabsichtlich zwischen den Lehrmaterialien lande, sei äußerst naiv. Er glaube das nicht.
Die Bildungspolitik müsse „vom Kopf auf die Füße“ gestellt werden. Eltern sollten wieder das Recht haben, ihre Kinder zu erziehen, ist sich Maack sicher. Die Amadeu Antonio Stiftung sei „eine der wichtigsten linken Kulturkampfinstitutionen“ und finanziell bestens aufgestellt. „Die Falken“ seien offen sozialistisch. Maack zitiert dabei das Selbstverständnis der „Falken“, die nach eigener Aussage Kinder und Jugendliche „auf sozialistischer Grundlage“ zu kritischen Persönlichkeiten erziehen wollen. „Was die freilich nicht sagen, ist, dass kritische Persönlichkeiten im Sozialismus im Gulag oder im Zuchthaus gelandet sind.“ Zwischenruf einer Abgeordneten: Oder in der NS-Diktatur!
Dass dieser Verein regelmäßig Schulveranstaltungen durchführen kann, zeige, dass die Neutralitätspflicht regelmäßig verletzt werde. „Schleife hat Methode“, kritisiert Maack. Seine Partei fordere eine „Schule ohne Indoktrination“.
14.38 Uhr: Florian Oest (CDU) sieht „eine Grenze überschritten“, wenn Minderjährige in der Schule Pornohefte zu sehen bekommen. Ihn mache das als Vater wütend, so gehe es gerade sehr vielen Menschen in Deutschland.
Er verteidigt die Verantwortlichen der Schule und die Behörden für deren schnelle Reaktionen auf die Vorfälle. Die Bürger in Schleife wollten „nicht unter dem Brennglas und dem Druck der medialen Öffentlichkeit“ stehen. Die AfD ignoriere das bewusst, indem sie das Thema ins Parlament bringe. Guter Unterricht sei nur mit ausgebildeten Lehrern möglich. Externe Projekte könnten nur etwas zum Unterricht beitragen, diesen aber nicht ersetzen, unterstreicht Oest. Externe Bildungsträger sollten grundsätzlich gewissenhaft überprüft werden. Deshalb sei es richtig, dass seine Parteifreundin Prien aktuell die Bildungsprogramme von „Demokratie leben!“ unter die Lupe nehme. „Damit so etwas wie in Schleife nicht noch einmal passiert.“
14.33 Uhr: Nyke Slawik (Grüne) tritt ans Rednerpult. Die selbsternannte Trans Frau betont, der Bundestag habe „eigentlich wichtigere Themen zu diskutieren“. Die AfD nutze jede Gelegenheit, um ihre „Agenda in der Bildungspolitik“ voranzutreiben.
„Wollen Sie demnächst Schulklassen untersagen, Ausflüge ins Museum zu machen, weil da Statuen nackter Menschen sind“, fragt Slawik in Richtung der AfD-Fraktion. Der Union wirft die trans Person vor, mit der Überprüfung von „Demokratie leben!“ der Agenda der AfD hinterherzulaufen.
Die Amadeu Antonio Stiftung leiste „wichtige Aufklärung gegen Rechtsextremismus und gegen Demokratiefeindlichkeit“. Das sei der eigentliche Grund, weshalb die AfD diese Stiftung permanent attackiere. Dann erzählt sie von einem Anti-Salafismus-Projekt von „Demokratie leben!“, das aktuell auf dem Prüfstand stehe. Die Union müsse aufhören, der AfD hinterherzurennen.
14.27 Uhr: Der Sozialdemokrat Helge Lindh nennt den Vorfall in Schleife „inakzeptabel“, jedoch agiere die AfD „scheinheilig“. Auch er verteidigt die Schule und die Behörden, die schnell auf den Vorfall reagiert hätten. Er spricht von einem starken Krisenmanagement und einer gesunden Fehlerkultur.
Jetzt geht er auf die AfD los. Es handele sich um eine „medial orchestrierte Kampagne“, die zu Morddrohungen gegen den Schulleiter geführt habe. „Der Ruf dieser hervorragenden Schule“ sei „in den Dreck gezogen“ worden. Die AfD sei dafür verantwortlich. Sie benutze nun „traumatisierend“ die Kinder, um eine Kampagne zu betreiben. Mit Kinderschutz habe das nichts zu tun, vielmehr wolle man Schulen „zum ideologischen Kampffeld“ erklären.
Eine Zwischenfrage der AfD lässt Lindh zu. Reichardt verweist auf Lindhs Mitgliedschaft bei „Den Falken“. Reichardt habe selbst erlebt, dass ihm als Kind von den „Falken“ Kondome gegeben worden seien. Lindh antwortet, es sei besser, einem sexuell aktiven 11jährigen Kondome zu geben, statt ihn ungeschützt Verkehr haben zu lassen. Außerdem werfe er Reichardt auch nicht alle Verfehlungen anderer AfD-Mitglieder vor. Das sei Sippenhaft.
Lindholz appelliert erneut an alle Beteiligten, sich zu mäßigen. „Das ist kein parlamentarisches Miteinander“, moniert die Bundestagsvizepräsidentin. „Ich will weder ‘irre Linke’, noch ‘Sippenhaft’ oder ähnliches hören“. Dann liefert sie sich einen Streit mit Lindh. Als sie die Beschimpfungen der Abgeordneten als „wechselseitig“ bezeichnet, widerspricht er vehement.
Lindh wirft nun der AfD vor, „null Respekt“ vor der Schule und den Behörden zu haben. Dass die Rechtspartei die Kinder für ihre Agenda „benutze“, sei schäbig. „Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem sexuelle Gewalt nur selektiv diskutiert wird“ und in dem die Zivilgesellschaft regelmäßig angegriffen werde, betont der Sozialdemokrat.
14.18 Uhr: Götz Frömming, Abgeordneter für die AfD-Fraktion sagt, es sei seit Karl Marx eine linke Kernforderung, die Familie zu zerstören. „Weil die Familie die kleinste Zelle der bürgerlichen Gesellschaft bildet.“ Wer die westliche Zivilisation angreifen will, beginne bei der Familie. Viele kleine Einzelfälle ergäben eine Struktur. Das gehe von dem Skandal in Schleife über Gender-Debatten, Leihmutterschaft, Diskussionen über das Patriarchat – „immer geht es letzten Endes um die traditionelle Familie“.
Seine Partei werde das „nicht zulassen“. Er zählt andere Beispiele von Drag-Queen-Lesungen vor Kindern auf und betont, Schleife sei kein Einzelfall. Auch „die Falken“ hätten eine Geschichte mit sexueller Übergriffigkeit gegenüber Jugendlichen und Kindern.
„Die Schulpflicht ist ein Versprechen des Staates, dass unsere Kinder dort gut aufgehoben sind“, sagt Frömming. Dass Kinder dort Pornographie ausgesetzt sind, sei „ungeheuerlich“. Der Union unterstellte er Scheinheiligkeit. Denn diese argumentiere für ein Social-Media-Verbot für unter-16jährige mit dem Verweis auf Pornographie, verharmlose aber den Skandal von Schleife.
14.12 Uhr: Der CDU-Abgeordnete Oliver Pöpsel kritisiert seinen Vorredner dafür, von einer „Lappalie“ gesprochen zu haben. Doch auch er betont: „Es sind keine Bundesmittel geflossen.“ Das Thema sollte „sachlich behandelt werden“. Alle Verantwortlichen sollten sich dafür verantworten, was in Schleife passiert ist, fordert der Christdemokrat.
Pöpsel betont, das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ sei unter der neuen Familienministerin Karin Prien (CDU) bereits auf den Prüfstand gestellt worden. „Extremistische Äußerungen und Handlungen können Folgen haben, zum Beispiel die Rückforderung von Zuwendungen.“ Abgesehen davon, gebe es auch gute Projekte innerhalb von „Demokratie leben!“, die es zu erhalten gelte. „Wir gehen sachlich an die Sache“, verspricht Pöpsel.
14.08 Uhr: Maik Brückner, Linkspartei wirft der AfD vor, sich nicht für wichtigere Themen wie den Irankrieg, das Bildungssystem oder die Zukunft der Krankenkassen zu interessieren. „Wofür nutzt die AfD die aktuelle Stunde?“, fragt er rhetorisch. Ein Zwischenruf kommt von AfD-Fraktionsvize Beatrix von Storch: „Für ein aktuelles Thema!“
Die Prioritätensetzung der rechten Partei sei „einfach nur peinlich“, spottet Brückner. Auch er argumentiert, dass die Pornohefte versehentlich im Klassenzimmer gelandet seien. „Es war ein Versehen und es wurden Konsequenzen gezogen.“ Er spricht von „plumper Propaganda“, wonach perverse Sozialisten Kinder verstören wollten. Es gehe der AfD vor allem darum, die Zivilgesellschaft anzugreifen.
Die echten Probleme deutscher Schulen, wie etwa „marode Gebäude“ und ein Anstieg „rechter Gewalt“ würden von der AfD ignoriert werden. Der Bundestag habe „wirklich besseres zu tun“, als sich mit der „Pornobesessenheit“ der AfD zu befassen.
Lindholz ermahnt nun auch Brückner, er möge sich in seinem Ton mässigen.
14.02 Uhr: Der SPD-Parlamentarier Felix Döring spricht von einer „Lappalie“. Es folgen wütende Zwischenrufe aus den Reihen der AfD. Dann referiert er über Adorno und vermutet, dass „die auffällige Emotionalität“ der Rechtspartei bei dem Thema ein „Abwehrreflex“ sei. Dabei lasse die AfD außer acht, dass in der Realität jeder Jugendliche nur zwei Klicks von harter Pornographie entfernt sei – härter als die in den Schulheften gezeigten Bilder.
13.58 Uhr: Jetzt spricht die Grünen-Abgeordnete Misbah Khan. Sie nennt die pornographischen Materialen von einem „Fehler“. Die beiden Workshop-Mitarbeiter hätten die Materialien sofort eingesammelt, nachdem sie bemerkt hätten, dass die Jugendlichen die Hefte gesehen haben.
Bundestagsvizepräsidentin Lindholz ermahnt die AfD erneut aufgrund lauter Zwischenrufe.
Khan verteidigt die AAS und „Die Falken“, weil beide für den Vorfall um Entschuldigung gebeten hatten. Dann verweist sie auf den Namensgeber der AAS, Amadeu Antonio, der „von einem Mob von 50 rechtsextremen Jugendlichen“ angegriffen und getötet worden sei. Die Stiftung engagiere sich seit 1998 gegen Rassismus und Antisemitismus. Das sei der AfD ein Dorn im Auge, deshalb attackiere sie regelmäßig die AAS und das Programm „Demokratie leben!“. Die Strategie der AfD, „ein Klima des Misstrauens gegen diese Zivilgesellschaft“ zu erzeugen, funktioniere auch wegen des defensiven Verhaltens der Union.
13.53 Uhr: Michael Hose, Abgeordneter der CDU, spricht als nächstes. Zwar sei das Zeigen von Pornographie „unstrittig“ schlecht, jedoch nur „ein Fehler“. Mit Blick auf die bisherigen Folgen des Vorfalls, verweist Hose auf den sofortigen Abbruch des Projekts. „Das ist kein Versagen des Systems Schule“, sondern „mustergültiges Krisenmanagement“, sagt Hose an Chrupalla gerichtet. „Die Strukturen unseres Staates greifen“, betont er.
Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz (CSU) weist AfD-Chefin Alice Weidel für laute Zwischenrufe während der Rede Hoses zurecht.
Hose weist daraufhin, dass für das Schulprojekt in Schleife kein Geld aus Bundesmitteln verwendet wurde, weshalb er die Aktuelle Stunde im Bundestag für sinnlos halte.
Martin Reichardt, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion stellt eine Zwischenfrage: „Warum werfen Sie uns so etwas vor (mangelnden Kinderschutz, Anm. d. Red.)?“
Hose erwidert, dass die AfD sich nicht zum Thema Kinderschutz in den Sozialen Netzwerken äußere.
13.45 Uhr: AfD-Chef Tino Chrupalla betritt als erster Redner das Podium. Schleife liegt in seinem Wahlkreis. „Es geht um den Missbrauch von Schutzbefohlenen. Von Schülern einer staatlichen Schule.“ Die Schüler seien „mit pornographischem Bildmaterial“ belastet und unter Zwang zu Gender-Pronomen gezwungen worden. Er zitiert einen Vater, der die vollständige Aufklärung des Vorfalls fordert. Er wolle weder Lehrer, noch NGOs „pauschal verurteilen“. Viele gäben täglich ihr Bestes, um guten Untericht zu machen. „Aber ich habe es immer gesagt: Finger weg von unseren Kindern.“ Diese Grenze sei in Schleife überschritten worden. Er werde das nicht hinnehmen, kündigte Chrupalla an.
Mit Blick auf die Amadeu Antonio Stiftung sagte er, die Organisation können ihre eigene Arbeit gar nicht beurteilen – das sexualisierte Programm der Falken sei öffentlich im Internet einsehbar gewesen. Bis die AAS ihre Projekte geprüft habe, sollte sie kein Steuergeld bekommen.
13.40 Uhr: Die Bundesregierung sieht sich nicht in der Verantwortung, bezüglich des Porno-Vorfalls aktiv zu werden.Auf eine schriftliche Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten Martin Reichardt teilte sie mit, dass sie zwar Kenntnis von dem Vorfall an der Oberschule Schleife habe, jedoch nicht tätig werde.
Begründung: Das Schulwesen falle nach Artikel 30 Grundgesetz ausschließlich in die Zuständigkeit der Länder.
Man stehe daher „nicht mit der sächsischen Landesregierung in Kontakt“, um den Fall aufzuklären oder Maßnahmen zu ergreifen, heißt es in der Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Mareike Lotte Wulf.
13.30 Uhr: Der Schulleiter der Oberschule Schleife ist kein Unbekannter. Gegen ihn läuft bereits ein Disziplinarverfahren – aber nicht wegen des Porno-Vorfalls. Wie das Portal Achgut.com unter Berufung auf das sächsische Landesamt für Schule und Bildung berichtet, soll der Direktor seine Schule für eine großangelegte Werbeaktion zugunsten eines in Schleife umstrittenen Windparks missbraucht haben. Elf- bis zwölfjährige Kinder wurden dafür sogar zum Betriebssitz des Windkraft-Konzerns ins 570 Kilometer entfernte ostfriesische Leer gebracht.
In den umgebenden Wäldern des Ortes Schleife will das Unternehmen „Enercity Erneuerbare“ zahlreiche Windkraft-Anlagen errichten. Dagegen engagiert sich eine Bürgerinitiative, die auch im Gemeinderat als Wählergemeinschaft vertreten ist.
Trotz der Widerstände veranstaltete Rehor 2024 an seiner Schule in Kooperation mit dem Unternehmen einen Namenswettbewerb für den geplanten Windpark. Sechs Klassen mussten laut dem Bericht daran teilnehmen. Die siegreiche fünfte Klasse, die angeblich den Namen „Romus“ (für Rohne-Mulkwitz-Schleife) erfand, ging nach den Sommerferien für vier Tage auf eine Klassenfahrt zu Enercity – eine reine PR-Reise.
Wie Achgut.com unter Berufung auf Zeugen berichtet, soll der Bürgermeister von Schleife, Jörg Funda (CDU), in der Schule die Werbetrommel für die Kooperation mit dem Unternehmen gerührt haben. Funda selbst lehnt dazu jede Stellungnahme ab.
Enercity zeigte sich dagegen auskunftsfreudiger. Es bestätigte, „die Kosten für die Schulfahrt nach Norddeutschland im Zuge des Gewinns eines Schulwettbewerbs übernommen“ zu haben. Zu den Kosten will sich das Unternehmen allerdings nicht äußern.
13.25 Uhr: Als der mediale Druck auf „Die Falken“ größer wurde, äußerte sich der Vorsitzende der Organisation, die sich selbst „sozialistisch“ nennt, Micki Börchers zu dem Vorfall an der Oberschule und nannte die Verteilung der Porno-Materialien ein „Versehen“.
Den Minderjährigen seien von den zwei sich als „nonbinär“ bezeichnenden Studentinnen Hefte und „Bastelmaterialien“ zur Verfügung gestellt worden, um eine Collage zu erstellen. „Darunter war versehentlich ein Magazin, welches Bilder von sexuellen Darstellungen und nackten Personen beinhaltete“, behauptete Börchers gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.
Warum die beiden Linksextremistinnen, die unbeaufsichtigt mit den Schülern einer neunten Klasse allein gelassen wurden, überhaupt Pornohefte in eine Schule mitgebracht hatten, erklärte Börchers nicht. „Wir bedauern, dass dieses Magazin Teil von den zur Verfügung gestellten Materialien war und dies zu Unwohlsein bei den Jugendlichen geführt haben kann.“
13.20 Uhr: Nun kam heraus, dass auch die Oberschule in Schleife einen nicht näher genannten Anteil an der Förderung der „Falken“ übernimmt. Dem sächsischen Landesamt für Schule und Bildung sei der genaue Betrag noch nicht bekannt. Dies wären dann Steuergelder des Freistaats Sachsen, die Schulleiter Jan Rehor eigentlich für Bildungsarbeit ausgeben sollte.
Offenbar wurde auch die Durchführung durch die sozialistische Jugendorganisation in der Projektbeschreibung verschwiegen. Clemens Arndt vom Schulamt sagte der Bild: „Ein Bezug zu den Falken Berlin konnte in der Projektwerbung nicht hergestellt werden. Die Projektverantwortlichen haben lediglich auf die Amadeu-Antonio-Stiftung verwiesen.“
13.00 Uhr: Als bekannt wurde, dass die Amadeu Antonio Stiftung die beiden Frauen gefördert hat, wandten sich die Verantwortlichen der Stiftung an die Öffentlichkeit. Pressesprecher Lorenz Blumenthaler sagte dazu: „Nach aktuellem Stand gehen wir davon aus, dass es im Rahmen des Workshops zu einem Vorfall gekommen ist, der nicht unseren Qualitätsstandards entspricht.“
Ein anderer Sprecher betonte, die Stiftung habe „umgehend reagiert und die Förderung gestoppt“, wie die Sächsische Zeitung berichtete. Jetzt gelte es, den Vorfall aufzuklären.
Zudem betonte der Sprecher, die beiden Frauen, die sich für „nonbinär“ halten, gehörten nicht zur Stiftung, sondern zum Projekt „Mutige Jugendliche in Ostsachsen finden Perspektiven“. Dieses Projekt sei von der Stiftung bis Juni dieses Jahres mit einem niedrigen dreistelligen Betrag gefördert und verschiedenen Schulen in der Region angeboten worden. Inzwischen sei es gestoppt worden. Insgesamt erhielt „Sozialistische Jugend – Die Falken“ 2.500 Euro von der Amadeu Antonio Stiftung.
12.35 Uhr: Laut ursprünglicher Beschreibung sah das Schulprojekt vor, dass „eine Gruppe Engagierter“ mit den Jugendlichen Möglichkeiten erkundet, „mutig zu sein, Kraft zu finden und Selbstwirksamkeit zu erfahren“. Dies sollte vor dem Hintergrund einer „wachsenden Popularität rechtsextremer Jugendgruppen“ geschehen, „die Gemeinschaft durch Feindbilder und ‘einfache Lösungen‘“ böten.
Durchgeführt wurde das Projekt seit November 2025 vom Berliner Landesverband der „Sozialistischen Jugend – Die Falken“ (Lesen Sie hier einen Hintergrundbericht zu der Gruppierung). Die Amadeu Antonio Stiftung hat es nach eigener Auskunft mit einem niedrigen dreistelligen Betrag gefördert.
Ob die beiden selbsternannten Non-Binären auch für Auftritte in anderen Schulen gebucht wurden, sei „nicht bekannt“, wie ein Sprecher des Kultusministeriums gegenüber der JUNGEN FREIHEIT mitteilte.
12.15 Uhr: Worum geht es jetzt? Vergagene Woche hatte die JUNGE FREIHEIT enthüllt, dass an der Oberschule Schleife in der gleichnamigen sächsischen Gemeinde kurz zuvor eine Projektwoche stattgefunden hatte, bei der zwei selbsternannte Nonbinäre einer Schulklasse von 14- und 15jährigen homosexuelle Pornos gezeigt hatten.
Die beiden Vertretungslehrer hatten zudem die Schüler aufgefordert, sich mit ihren „Pronomen“ statt ihrem bürgerlichen Namen vorzustellen. Als eine Schülerin sagte: „Ich heiße Leonie (Name geändert) und möchte auch so genannt werden“, soll es zu einer Beschimpfung gekommen sein: In diesem „Nazi-Sachsen“ habe man auch nichts anderes erwartet, habe einer der Aktivistinnen gesagt. Neben dem pornographischen Material waren den Jugendlichen auch Flyer mit Parolen wie „Höcke ist ein Nazi“ und „FUCK AfD“ gezeigt worden.
Als Eltern das mitbekamen, endete die Projektwoche nach einem Tag und die Klasse 9b hatte schulfrei. Der Schulleiter Jan Rehor teilte in einem Brief an die Erziehungsberechtigten mit, die beiden linksradikalen Frauen gekündigt zu haben. Einige Eltern monierten dennoch, dass der Schulleiter in seinem Schreiben nicht um Entschuldigung gebeten habe.
Ein Sprecher des sächsischen Landesamts für Schule und Bildung teilte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa mit, seine Behörde habe sich mit der Schule in Verbindung gesetzt, um die Sache aufzuklären. Die zuständige Polizeibehörde ermittelt inzwischen gegen die beiden Linksextremistinnen wegen des Verdachts der Verbreitung pornographischer Inhalte, wie eine Sprecherin der Polizei gegenüber der JF mitteilte. Auf dieses Delikt (Paragraph 184 Strafgesetzbuch) stehen bei einer Verurteilung bis zu ein Jahr Haftstrafe, oder eine Geldstrafe.
12 Uhr: Voraussichtlich gegen 14 Uhr geht es im Bundestag um die Aktivitäten der linken Amadeu Antonio Stiftung (AAS). Die AfD hatte das Thema im Parlament auf die Tagesordnung gesetzt. Etwa eine Stunde lang soll es um die Arbeit dieses Vereins gehen. Die AAS wurde 1998 von der ehemaligen inoffiziellen Mitarbeiterin der DDR-Staatssicherheit, Anetta Kahane, gegründet.
2024 erhielt sie mehr als vier Millionen Euro Steuergeld von verschiedenen Ministerien des Bundes und der Länder, auch für 2025 und das laufende Jahr wurden große Summen bewilligt. Die linke Stiftung sorgt immer wieder mit Veranstaltungen, Online-Kampagnen und ähnlichen Aktionen für Empörung. Die AfD fordert seit langem die Beendigung der öffentlichen Förderungen, zuletzt im November mit einem entsprechenden Antrag im Bundestag.





