Anzeige
Anzeige

„Bund in der Pflicht“: Städtebund fordert Vorbereitung auf Asylwelle aus Nahost

„Bund in der Pflicht“: Städtebund fordert Vorbereitung auf Asylwelle aus Nahost

„Bund in der Pflicht“: Städtebund fordert Vorbereitung auf Asylwelle aus Nahost

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, André Berghegger, sieht die Gefahr einer neuen Flüchtlingswelle.
Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, André Berghegger, sieht die Gefahr einer neuen Flüchtlingswelle.
Sieht die Politik in der Pflicht: der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, André Berghegger. Foto: IMAGO / dts Nachrichtenagentur
„Bund in der Pflicht“
 

Städtebund fordert Vorbereitung auf Asylwelle aus Nahost

Während der Krieg im Nahen Osten weitergeht, warnt in Deutschland die nächste Stimme vor einer Flüchtlingswelle: Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes fordert die Politik auf, Unterkünfte vorzuhalten. Aber wer trägt dafür die Kosten?
Anzeige

BERLIN. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat die Bundesregierung dazu aufgerufen, sich auf eine potentielle Fluchtbewegung aus dem Iran vorzubereiten. Zwar sei es nicht absehbar, ob es durch den Krieg einen Anstieg der Flüchtlingszahlen in Richtung Europa geben könnte, sagte Hauptgeschäftsführer André Berghegger (CDU) der Augsburger Allgemeinen.

Allerdings forderte er zugleich, es müssten Unterkünfte und Aufnahmezentren vorgehalten werden, die im Fall der Fälle „schnell aktiviert“ werden können. „Hier sehen wir den Bund in der Pflicht, diese Vorhaltekosten für Unterkünfte zu 100 Prozent zu übernehmen.“

4,1 Millionen Binnenflüchtlinge

Mark Ankerstein, Nationaler Direktor der Uno-Flüchtlingshilfe, sagte der Zeitung, die Zahl der Binnenvertriebenen in der Region liege schätzungsweise bei 4,1 Millionen, davon mehr als 800.000 im Libanon. „Aber dieser Krieg hat gerade erst begonnen. Sobald die zivile Infrastruktur zunehmend betroffen ist, werden es wohl mehr. Es bleibt zu befürchten, dass das bald der Fall sein könnte.“
Fußball und Schiedsrichter: JF+ abonnierenDerweil betonte der Migrationsforscher Gerald Knaus, es sei derzeit kaum zu erwarten, dass viele Menschen nach Europa fliehen. Zur Begründung verwies er darauf, dass viele Staaten der Region „ihre Grenzen stark gesichert“ hätten. Daher fehlten aktuell realistische Fluchtwege nach Europa.

Auch CDU und SPD sehen Gefahr

In der vergangenen Woche hatten CDU-Abgeordnete auf die Gefahr einer weiteren Flüchtlingswelle hingewiesen. „Für Europa und Deutschland gilt, dass wir wegen der weltweit geopolitischen Brüche vermehrt mit Fluchtbewegungen rechnen sollten“, sagte Außenpolitiker Roderich Kiesewetter dem Handelsblatt.

Auch aus der SPD kamen bereits warnende Stimmen. „Jeder Nahost-Krieg in der Geschichte hat große Fluchtbewegungen mit sich gebracht, Irak, Syrien, Libyen“, sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Adis Ahmetovic, dem Stern. „Wir versuchen gerade, Migration nach Europa neu zu ordnen. Das wird jetzt schwerer.“

In Deutschland haben 2025 insgesamt 113.236 Menschen einen Erstantrag auf Asyl gestellt. Im Vorjahr waren es 229.751 gewesen, 2023 sogar 329.120. (ser)

Sieht die Politik in der Pflicht: der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, André Berghegger. Foto: IMAGO / dts Nachrichtenagentur
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles