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Berlin: Vergewaltigung im Jugendklub: Kommt nun ein Untersuchungsausschuss?

Berlin: Vergewaltigung im Jugendklub: Kommt nun ein Untersuchungsausschuss?

Berlin: Vergewaltigung im Jugendklub: Kommt nun ein Untersuchungsausschuss?

Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU): „Hier wurden Rechtsgrundlagen und Fragen zum Kinderschutz missachtet.“ Es geht um mutmaßliche sexuelle Übergriffe durch Migranten in einem Jugendklub in Berlin-Neukölln. (Themenbild)
Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU): „Hier wurden Rechtsgrundlagen und Fragen zum Kinderschutz missachtet.“ Es geht um mutmaßliche sexuelle Übergriffe durch Migranten in einem Jugendklub in Berlin-Neukölln. (Themenbild)
Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU): „Hier wurden Rechtsgrundlagen und Fragen zum Kinderschutz missachtet.“ Foto: picture alliance/dpa | Christoph Soeder
Berlin
 

Vergewaltigung im Jugendklub: Kommt nun ein Untersuchungsausschuss?

Die Vertuschung mutmaßlicher Vergewaltigungsfälle durch Migranten in einem Berliner Jugendklub erreicht nun das Abgeordnetenhaus. Der Senat fordert Konsequenzen – doch selbst eingreifen kann er nicht.
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Für den Bruchteil einer Sekunde scheint im Saal 311 des Berliner Abgeordnetenhauses das Entsetzen schier mit den Händen greifbar. Gerade hat Jugendsenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) erklärt: „Sexuelle Gewalt war ein Thema seit Februar 2025 in der Wutzkyallee.“ Der erste, der die Sprache wiederfindet, ist Lars Bocian von der CDU. Ungläubig fragt er nach: „Dem Bezirk ist das also seit Februar 2025 bekannt?“ Die Senatorin nickt. Jetzt platzt es aus dem Abgeordneten heraus: „Da muss ein Untersuchungsausschuss her.“

Vergewaltigung und sexuelle Nötigung. Angst, Schmerzen, unendliches Leid. In dem Neuköllner Jugendklub Wutzkyallee soll das für mindestens zwei Mädchen, Schwestern (14 und 16), Alltag gewesen sein. Die Täter sollen junge Männer (15 bis 18 Jahre) mit Migrationshintergrund sein (JF berichtete). So grauenvoll diese Taten sind, die politische Brisanz liegt darin, dass diese sexuelle Gewalt womöglich wissentlich verheimlicht wurde, eben wegen des Migrationshintergrunds der Täter und um diese zu schützen. Genau deshalb war das Thema von allen Parteien zusätzlich auf die Tagesordnung für die am Donnerstag stattfindende Sitzung des Bildungsausschusses des Berliner Abgeordnetenhauses gesetzt worden.

Liecke zur Jugendklub-Affäre: „Der Bezirk hat angekündigt, etwas zu tun“

Die Senatorin berichtete, dass es am Tag zuvor ein Treffen unter anderem mit dem Staatssekretär, dem Landeskriminalamt, der Polizei, der Jugendstadträtin Sarah Nagel und der Jugendamtsleiterin gegeben habe. „Es wurde sehr deutlich, dass Rechtsgrundlagen und Fragen zum Kinderschutz missachtet worden sind“, so Günther-Wünsch vor dem Ausschuss. „Ich fordere deshalb die Bezirksbürgermeisterin auf, die Jugendamtsleiterin und die Mitarbeiter freizustellen.“


Diese Forderung ist schon ein Schuss vor den Bug des Bezirks, aber sie greift einigen Abgeordneten zu kurz. Doch dem Senat sind hier die Hände gebunden. „Personalüberwachung ist nicht Aufgabe des Senats“, so Staatssekretär Falko Liecke (CDU). Dienst- und Fachaufsicht habe der Bezirk. „Der Bezirk hat angekündigt, etwas zu tun“, so Liecke.

Doch wo und wie der Fall aufgearbeitet wird, wisse er nicht. „Das irritiert mich schon.“ Er habe bisher auch keinerlei Informationen, „dass personalrechtliche Konsequenzen gezogen wurden“. Wie blank die Nerven der Senatorin liegen, zeigt ihr Hinweis an die Abgeordneten: „Kritik geht bitte ausschließlich in den Bezirk.“

Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU): „Hier wurden Rechtsgrundlagen und Fragen zum Kinderschutz missachtet.“ Foto: picture alliance/dpa | Christoph Soeder
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