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Migrationspolitik: Fratzscher: Abschiebung von Syrern gefährdet Deutschlands Wirtschaft

Migrationspolitik: Fratzscher: Abschiebung von Syrern gefährdet Deutschlands Wirtschaft

Migrationspolitik: Fratzscher: Abschiebung von Syrern gefährdet Deutschlands Wirtschaft

Syrer. Will Rentner in die Pflicht nehmen: Ökonom Marcel Fratzscher. Foto: IMAGO / Jürgen Heinrich
Syrer. Will Rentner in die Pflicht nehmen: Ökonom Marcel Fratzscher. Foto: IMAGO / Jürgen Heinrich
Die deutsche Wirtschaft hängt am syrischen Faden – findet Ökonom Marcel Fratzscher. Foto: IMAGO / Jürgen Heinrich
Migrationspolitik
 

Fratzscher: Abschiebung von Syrern gefährdet Deutschlands Wirtschaft

Der DIW-Präsident Fratzscher warnt: Werden syrische Flüchtlinge abgeschoben, drohen Jobverluste und eine neue Rezession. Deutschlands Wirtschaft, so die Mahnung, steht auf einer wackligen Basis.
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BERLIN. Der Ökonom Marcel Fratzscher hat vor schweren wirtschaftlichen Folgen gewarnt, sollten syrische Staatsbürger in größerem Umfang nach Syrien zurückgeführt werden. Die entsprechenden Pläne der CSU bezeichnete der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung als „schweren Fehler“.

Nach Einschätzung von Fratzscher könnten umfassende Rückführungen syrischer Staatsbürger Deutschland wirtschaftlich hart treffen. Sollten die von der CSU vorgelegten Pläne umgesetzt werden, drohe erneut eine Rezession.

Das Beschäftigungswachstum in Deutschland hänge „komplett an Menschen mit Migrationshintergrund“, während die heimische Erwerbsbevölkerung infolge der Demographie schrumpfe, so Fratzscher im Handelsblatt. Bei syrischen Männern, die 2015 nach Deutschland gekommen seien, liege die Erwerbsquote sogar höher als bei Deutschen. Unter diesen Bedingungen ergebe es ökonomisch keinen Sinn, über Rückführungen im großen Stil nachzudenken.

Hängt Deutschlands Wirtschaft an den Syrern?

Sollte es dennoch zu einer „Abschiebeoffensive“ kommen, rechnet der DIW-Chef mit erheblichen Folgen. Kurzfristig könnten mehrere Hunderttausend Arbeitsplätze verloren gehen. Besonders betroffen wären das Gesundheitswesen und Pflegeberufe. Dies wäre mit „enormen wirtschaftlichen Kosten für Deutschland“ verbunden.

Ähnlich äußerte sich der Ökonom Jens Südekum, der ebenfalls vor negativen ökonomischen Effekten der CSU-Pläne warnte. Der von der CSU bei ihrer Winterklausur im Kloster Seeon beschlossene Entwurf sieht vor, den Großteil der syrischen Migranten in ihr Heimatland zurückzuführen (die JF berichtete). Begründet wird dies mit dem Ende des Bürgerkriegs und der Entmachtung von Baschar al-Assad. Der Schutzgrund sei entfallen, zudem würden die Syrer beim Wiederaufbau ihres Landes benötigt.

Aus den Warnungen Fratzschers läßt sich ableiten, daß seiner Ansicht nach ein erheblicher Teil der aktuellen wirtschaftlichen Stabilität Deutschlands an der Erwerbstätigkeit syrischer Migranten hängt. Ohne deren Arbeitsleistung, so die Argumentation, drohten Wachstumsverluste bis hin zu einer erneuten Rezession. (rr)

Die deutsche Wirtschaft hängt am syrischen Faden – findet Ökonom Marcel Fratzscher. Foto: IMAGO / Jürgen Heinrich
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