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Schlimmer als in den Siebzigern: Internationale Energieagentur befürchtet Spritkrise

Schlimmer als in den Siebzigern: Internationale Energieagentur befürchtet Spritkrise

Schlimmer als in den Siebzigern: Internationale Energieagentur befürchtet Spritkrise

Kölner Tankstelle ohne E10 (Symbolbild): Energieagentur setzt auf Erneuerbare Foto:picture alliance / R. Goldmann | Ralph Goldmann
Kölner Tankstelle ohne E10 (Symbolbild): Energieagentur setzt auf Erneuerbare Foto:picture alliance / R. Goldmann | Ralph Goldmann
Kölner Tankstelle ohne E10 (Symbolbild): Energieagentur setzt auf Erneuerbare Foto:picture alliance / R. Goldmann | Ralph Goldmann
Schlimmer als in den Siebzigern
 

Internationale Energieagentur befürchtet Spritkrise

PARIS. Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, hat vor einem Energieengpaß im Sommer gewarnt. „Wir hatten Mitte der Siebziger und ein paar Jahre danach zwei Energiekrisen. Aber damals ging es nur um Öl. Jetzt haben wir eine Ölkrise, eine Gaskrise und eine Stromkrise zugleich“, warnte der Wirtschaftswissenschaftler gegenüber dem Spiegel.

Dies liege zum einen am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und den damit verbundenen Embargos, zum anderen auch an Ausfuhrverboten, die durch einige Exportländer verhängt würden, um ihre eigenen Bürger abzusichern. Wenn die Haupturlaubssaison in Europa und den USA losgehe, würde die Treibstoffnachfrage steigen. „Dann könnte es zu Engpässen kommen: etwa bei Diesel, Benzin oder Kerosin, besonders in Europa“, prognostizierte Birol.

„Ich hoffe auf einen kurzen, milden Winter“

Mit Blick auf ein mögliches Gasembargo gegen Rußland äußerte er sich sorgenvoll: Im Winter könne es dann durchaus sein, „daß Gas rationiert werden muß: vor allem in Staaten, die besonders abhängig von russischen Lieferungen sind. Dazu gehört leider auch Deutschland“. Bigol empfahl den Europäern, Energie zu sparen: „Wenn die Raumtemperatur überall um zwei Grad niedriger wäre, könnte Europa 20 Milliarden Kubikmeter Gas einsparen.“ Das sei in etwa die Menge, die Rußland in den Wintermonaten über die Ostseepipeline Nord Stream 1 liefere. „Ich hoffe auf einen kurzen, milden Winter“, konstatiere der IEA-Chef.

Den Hauptgrund für die drohende Spritkrise sieht er in der jahrelangen Abhängigkeit Deutschlands von russischer Energie: „Wir haben schon 2004 die Bundesregierung gewarnt, daß sich Deutschland zu abhängig von russischem Erdgas macht.“ Anlaß zum Optimismus sieht Bigol, da Industrieländer sich zunehmend dem Ernst der Lage bewußt würden. „Diese Krise kann ein Wendepunkt für viele Staaten werden, ihre Energiepolitik grundlegend zu ändern.“ Wenn jetzt etwa in erneuerbare Energien und alle anderen sauberen Technologien investiert würde, sei dies nicht nur gut für den Klimaschutz. „Die Staaten werden auch unabhängiger von fossilen Brennstoffen aus dem Ausland. Erneuerbare Energien brauchen Energiesicherheit.“ (st)

Kölner Tankstelle ohne E10 (Symbolbild): Energieagentur setzt auf Erneuerbare Foto:picture alliance / R. Goldmann | Ralph Goldmann
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