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DAX: Talsohle erreicht? Foto: picture alliance/blickwinkel

Zinsniveau
 

Chefbanker warnt vor neuer Finanzkrise

BASEL. Der Chef-Ökonom der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), Claudio Borio, hat vor einer neuen weltweiten Finanzkrise gewarnt. „Das Zinsniveau scheint weltweit zu niedrig, um langfristig für Preis- und Finanzstabilität zu sorgen“, sagte er der Welt.

Derzeit sehe er das Risiko, daß die „Geldpolitik aus globaler Perspektive zu Gefahren für die Finanzstabilität führt“. Zudem sprach er von „gewissen Übertreibungen“ an den Börsen, die der Finanzkrise von 2008 ähnlich seien. „Der Risikoappetit hat sich seit einiger Zeit auseinanderentwickelt: Während an den Finanzmärkten bis vor kurzem hohe Risiken eingegangen worden sind, ist in der Realwirtschaft das Gegenteil zu beobachten“, betonte Borio.

Bank der Nationalbanken

Dies sei ein klares Signal für Fehlentwicklungen auf den Märkten. Er forderte die Notenbanken auf, stärker auf die Stabilität des Finanzsystems zu achten. „Wir sagen seit langem: Es schränkt eine Zentralbank zu sehr ein, wenn man sie verpflichtet, innerhalb von ein oder zwei Jahren ein bestimmtes Inflationsziel zu erreichen, ohne auf irgend etwas anderes zu achten.“

Borio leitet bei der Bank, die Abteilung für Volkswirtschaft und Geldpolitik. Die BIZ ist eine internationale Finanzorganisation an der die wichtigsten Notenbanken der Welt beteiligt sind und gilt als „Bank der Nationalbanken“. Zudem verwaltet sie einen Teil der internationalen Währungsreserven. (ho)

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