Joachim Kuhs
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„Occupy Wall Street“
 

Gauck lehnt Anti-Banken-Proteste ab

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Joachim Gauck ist kein Freund der „Occupy“-Proteste Foto: Wikimedia/J. Patrick Fischer

FRANKFURT. Der DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck hat die „Occupy“-Proteste gegen Banken als „unsäglich albern“ und Irrtum bezeichnet. Der langjährige Chef der Stasi-Unterlagenbehörde sagte bei einer Veranstaltung der Zeit in Hamburg, die Demonstrationen seien gespickt mit „romantischen Vorstellungen“. Die deutsche Neigung zu Hysterie und Angst sei „abscheulich“.

Weiter prognostizierte er: „Das wird schnell verebben.“ Gauck fragte laut Süddeutscher Zeitung, ob es nicht zweifelhaft sei, zu glauben, daß Spareinlagen sicherer wären, wenn die Politik im Finanzgeschäft das Sagen hätte.

Merkel und Schäuble haben Verständnis für Proteste

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) äußerten Verständnis für die Proteste. „Darin drückt sich eine tiefe Sorge aus und auch ein berechtigtes Gerechtigkeitsverlangen der Menschen“, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin mit.

Europaweit haben sich Tausende von Demonstranten der „Occupy-Wall-Street“-Bewegung aus den USA angeschlossen. In Frankfurt betrug die Zahl der Demonstranten aus dem Umfeld der Globalisierungsgegner 5.000. In Rom und Lissabon gingen hingegen mehrere Zehntausend Demonstranten auf die Straße. Die Proteste dort wurden überschattet von einer Welle der Gewalt, bei der zahlreiche Polizisten verletzt worden sind. (rg)

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