Loganisierung des Waldes

Wie schizophren unsere Gesellschaft ist, kann man mal wieder anhand von zwei Ereignissen ausgiebig studieren. Renault hat ein sensationelles Billigauto entwickelt: den Dacia Logan. Der im Billigstlohnland Rumänien hergestellte Balkan-Renault hat ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis: fast Mittelklasse – groß, akzeptabel verarbeitet und sogar einige Sicherheitsstandards – und ab 5.000 Euro zu haben. In Westeuropa soll er etwas teurer (und sicherer) werden, aber damit ist er immer noch viel günstiger als die einstmals als „Volkswagen“ gestarteten Modelle. Die Franzosen scheinen den richtigen Riecher zu haben – 30.000 sollen schon geordert worden sein. Renault erklärte, man wolle mit diesem Modell vor allem die Wachstumsregionen Mittelosteuropa, Nordafrika und den Nahen Osten abdecken. Am Ende sollen jährlich mindestens 700.000 Logans auf die Straßen der Welt. Das andere Ereignis: Der Waldschadensbericht, in dem der Zustand unserer Wälder in den dramatischsten Farben geschildert wird. Auf der einen Seite Anerkennung und neidvoller Applaus für ein Produkt, das den Ausstoß von Kohlendioxid in neue Höhen schnellen läßt, auf der anderen Seite besorgte Mienen über das Resultat dieser fatalen Wirtschaftsweise. Aber offenbar fällt keinem der Zusammenhang zwischen beidem auf. Denn sonst müßte die „Loganisierung“ der Gesellschaft schon langst verboten und statt dessen einer Nachhaltigkeit Platz geschaffen worden sein, die mehr ist als ein politisches Modewort. Der Waldschadensbericht kommt nach zwei Wochen medialem Hype zu den Akten – der Dacia Logan hingegen verbrennt tatsächlich seinen fossilen Treibstoff und rollt und rollt und rollt …

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