Das Netz einer Kampagne

Stellen Sie sich einmal folgendes vor: Angesichts des Vormarsches der sozialistischen Linkspartei, die in den neuen Bundesländern derzeit bei Umfragen stärkste Partei und mittlerweile schon in vier westdeutsche Landtage eingezogen ist, möglicherweise in Thüringen demnächst den Ministerpräsidenten stellt; angesichts einer Linkspartei, die DKP-Betonköpfe und Anhänger der DDR-Diktatur huckepack in die Parlamente trägt, gründet, sagen wir einmal, der wackere Springer-Verlag mit seiner Bild-Zeitung und der Welt-Gruppe ein Internetportal „Netz-gegen-Kommunisten.de“. Dem Springer-Verlag gelänge es, hierfür den öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ARD als Kooperationspartner zu gewinnen, den Deutschen Fußballverband, Deutschen Feuerwehrverband, Deutschen Olympischen Sportbund als Unterstützer zu überzeugen. In Videobotschaften begründen ARD-Nachrichtensprecher und bekannte Musiker (Dieter Bohlen?), weshalb es so wichtig sei, einen Vormarsch linksextremer Ideologie in die Mitte der Gesellschaft zu stoppen, gerade angesichts des Leids und der Millionen Opfer, die kommunistischer Gewaltherrschaft anzulasten seien. Wäre eine solche Initiative denkbar? Und jetzt stellen Sie sich vor, auf dieser Internetseite „Netz gegen Kommunisten“, die in aller Schärfe Gewalttaten von Linksextremisten in Deutschland, Verharmlosung und Relativierung des menschenverachtenden Kommunismus, Verherrlichung von RAF-Morden anprangert, wäre unter dem Punkt „Wissen“ neben der Information, an welcher Kleidung man Linksextremisten erkennt, das Kapitel „Lieblingszeitungen der linksextremen Szene“ zu finden. Und dort wäre als erstes das Bild des Chefredakteurs der, sagen wir, Frankfurter Rundschau zu sehen mit der Begründung, sie übe „eine Scharnierfunktion zwischen dem sozialdemokratischen und dem linksextremen Spektrum“ aus. Und stellen wir uns weiter vor, der Springer-Verlag ließe das „Netz gegen Kommunisten“ dreist von Autoren gestalten, die für vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingeordnete Zeitschriften schreiben. Was wäre dann los? Natürlich würde der Springer-Verlag eine solche Plattform niemals gründen. Sofort würde die Primitivität eines solchen Ansinnens im Blätterwald empörten Protest hervorrufen. Der Vorsitzende des Springer-Verlages könnte alsbald seinen Hut nehmen. Kirchen und andere gesellschaftlich relevante Gruppen würden in Appellen eine Entschuldigung fordern. Die Wochenzeitung Die Zeit hat indessen eine Plattform „Netz gegen Nazis“ initiiert (JF 22/08), die vom ZDF und den vorgenannten Sportverbänden mitgetragen wird. Die Zeit kooperiert dabei mit einem Autoren-Netzwerk, das aus linksextremen „Antifa“-Zusammenhängen einschlägig bekannt ist und stellt Konservative gemeinsam mit „Neonazis“ an den Pranger, als sei es das Selbstverständlichste der Welt. Will die Zeit ihre Seriosität, die ihr noch zugesprochen wird, nicht aufs Spiel setzen, sollte sie sich bald korrigieren und diese schändliche Kampagne stoppen.

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