Abschied von Elke

Jede Gruppe oder Organisation neigt dazu, mit der Zeit und jenseits von Steuerungsmechanismen eine Eigendynamik und ein Eigenleben zu entfalten. Besonders anschaulich ist das in einem Bürobetrieb zu studieren, und zwar dort vor allem in jenen Bereichen, für die in der Theorie alle Mitarbeiter Verantwortung tragen sollten, in der Praxis sich meist jedoch keiner zuständig fühlt. Paradebeispiel hierfür ist die – Küche. Wer das nicht glaubt, hätte bis zur vergangenen Woche bei einem auch nur flüchtigen Blick in unsere Geschirrschränke leicht dazulernen können. Was sich da alles im Laufe von Jahren an unterschiedlichen Besteckteilen, Tellern, Tassen und Bechern gesammelt hatte, spottete jeder Beschreibung. Der Gipfel waren potthäßliche Kaffeebecher mit Schriftzügen wie „Internationaler Frauentag 8. März – Frauen im DGB“ oder mit Namensaufdruck („Elke – Die Geschmackvolle“), von denen niemand mehr sagen kann, wie sie dorthin gekommen sind. Eine „Elke“ hat es zu keiner Zeit in der JF-Belegschaft je gegeben! Seit dieser Woche jedoch hat dieses Elend sein verdientes Ende gefunden. Jetzt gibt es ein weißes, geschmackvolles Service samt Besteck, für das wir uns gegenüber Gästen nicht mehr zu schämen brauchen. Daß es zudem noch günstig war, verdoppelt unsere Freude über die Anschaffung. Ach ja: Die „Elke“-Tasse ist übrigens noch zu haben. Thorsten Thaler

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