Demonstration für mehr Klimaschutz in Berlin
Demonstration für mehr Klimaschutz in Berlin Foto: picture alliance / Fotostand | Fotostand / Reuhl

Europäische Investitionsbank
 

Umfrage: Deutsche wollen mehr Zwang im Kampf gegen Klimawandel

LUXEMBURG. Eine große Mehrzahl der Deutschen ist einer Umfrage zufolge für härtere Maßnahmen zugunsten des Klimaschutzes. Sechs von zehn Deutschen wünschten sich demnach eine Steuer auf Produkte und Dienstleistungen, die am stärksten zur Erderwärmung beitragen, ergab eine Erhebung der Europäischen Investitionsbank (EIB), die der Nachrichtenagentur AFP vorliegt.

85 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, Kurzstreckenflüge durch Schnellzugverbindungen zu ersetzen. Zudem antwortete eine Mehrheit (58 Prozent) auf die Frage, welche Energiequellen ihr Land nutzen solle, mit erneuerbaren Energien. Europaweit waren es 63 Prozent. Für den Ausbau der Atomkraft sind hingegen elf Prozent der Deutschen und zwölf Prozent der Europäer.

EIB-Vizepräsident Ambroise Fayolle schließt aus den Ergebnissen der Umfrage, eine große Mehrheit der Deutschen fordere von den Behörden strengere Maßnahmen und bessere Lösung, um dem Klimawandel entgegen zu treten. Dies sei mit Blick auf die anstehende Weltklimakonferenz in Schottland Anfang November „ein klarer Auftrag an uns, noch mehr zu tun, um die grüne Wende zu beschleunigen“. Die EIB finanziere entsprechende Projekte.

Die in Luxemburg sitzende Bank ist eine Einrichtung der EU. Für die Umfrage befragte sie zwischen Ende August und Ende September nach eigenen Angaben mehr als 30.000 Personen in 30 europäischen Ländern.

Umweltministerin fordert mehr Klimazusagen der Industrienationen

Die geschäftsführende Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) forderte unterdessen mehr Einsatz für den Klimaschutz. „Unsere aktuellen Pläne reichen lediglich, um die Erderwärmung deutlich unter drei Grad Celsius zu halten. Sie unter die vereinbarten zwei Grad oder besser 1,5 Grad zu halten, wird nicht einfach und erfordert, dass mehr Länder ihre Klimaziele hochschrauben“, sagte Schulze laut ARD vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York.

Eine besondere Verantwortung komme hierbei den größten 20 Industrienationen bei. Sie müßten jährlich festlegen, wie sie es schaffen können, nur so viele Treibhausgase auszustoßen, wie auch wieder neutralisiert werden könnten. Die Staaten hätten sich das Ziel gesetzt, jedes Jahr 100 Milliarden Dollar bereitzustellen, um ärmeren Ländern zu helfen. „Doch wir sind noch weit von diesem Ziel entfernt. Deshalb hat Deutschland diese Mittel verdoppelt. Und wir hoffen, dass viele Länder diesem Beispiel folgen.“ Die scheidende Ministerin warnte zudem, daß nach derzeitigen Stand auch Deutschland seine Klimaziele verfehlen werde. (ls)

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