CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet gerät wegen möglicher Plagiate in seinen Buch unter Druck Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress | Christoph Hardt/Geisler-Fotopres
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Buch „Die Aufsteigerrepublik“
 

Plagiatsjäger Weber: „Herr Laschet hat nun doch ein Problem“

BERLIN. Nachdem eine weitere mutmaßliche Plagiatsstelle im Buch „Die Aufsteigerrepublik“ von CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet gefunden wurde, hat der Plagiatsjäger Stefan Weber eine Klarstellung gefordert. „Herr Laschet hat nun doch ein Problem. Er wird uns nun rasch beantworten müssen, wie es zu dieser zweiten Stelle kam“, schreibt Weber auf seinem Blog. Es stelle sich die Frage, ob der CDU-Vorsitzende „selbst absichtlich plagiiert“ habe, „er die Übersicht verloren oder Mitarbeitern vertraut“ habe, die gegen das Zitierverbot verstießen hätten oder die Quellenarbeit nicht beherrschten.

Weber sei am Sonntag abend von einem Leser darauf hingewiesen worden, daß Laschet womöglich auch fast eine halbe Seite aus einem Text des ehemaligen bayerischen Kultusministers und Soziologen Hans Maier ohne Nennung der Quelle übernommen habe. Die Passagen stammen demnach aus einer Rede Maiers aus dem Jahr 2008, einem Jahr vor Erscheinen von Laschets Buch.

Wie Maier gegenüber Weber in einer Mail geäußert habe, stamme die älteste gedruckte Version seiner Ausführungen bereits aus dem Jahr 2006. Auch habe Laschet eine in dem Text von Maier erwähnte Formulierung des Juristen Peter Lerche nicht im Fließtext belegt oder im Literaturverzeichnis genannt.

Laschet will Buch prüfen lassen

Laschet hatte am vergangenen Freitag nach Bekanntwerden einer ersten möglichen Plagiatsstelle in einer Stellungnahme um Entschuldigung gebeten. Dabei äußerte er: „Sorgfältiges Arbeiten beim Verfassen von Werken und die Achtung des Urheberrechts sind für mich auch eine Frage des Respekts vor anderen Autoren“. Er kündigte eine Prüfung seines Buches an.

Zuvor hatte der Plagiatsjäger Martin Heidingsfelder herausgefunden, daß Laschet bei dem Politologen und Autor Karsten Weitzenegger abgeschrieben hatte, ohne dessen Namen zu nennen.

Auch Baerbock steht unter Plagiatsverdacht

Laschet veröffentlichte seine Arbeit „Die Aufsteigerrepublik“ 2009. Dabei seien auch Ausarbeitungen des Integrationsministeriums verwendet worden, was laut dem Christdemokraten aus dem Literaturverzeichnis hervorgehe. Das Werk habe er in seiner damaligen Funktion als Integrationsminister verfaß und es sollte für eine neue Integrationspolitik werben.

Zuvor war bereits die Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock unter Plagiatsverdacht geraten. Bei Baerbocks Buch „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“ hatte Weber bislang mehr als 50 Stellen zusammengetragen. (ag)

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet gerät wegen möglicher Plagiate in seinen Buch unter Druck Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress | Christoph Hardt/Geisler-Fotopres
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