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Integrationskurs
Einwanderer lernen in einem Sprachkurs Deutsch (Archivbild) Foto: (c) dpa

500.000 pro Jahr
 

FDP fordert Masseneinwanderung

BERLIN. Die FDP hat sich dafür ausgesprochen, mehr Migranten nach Deutschland zu holen. Die Bundesrepublik brauche eine Zuwanderung von rund 500.000 Menschen pro Jahr, um den derzeitigen wirtschaftlichen und sozialen Standard zu halten, sagte der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Christian Dürr, der Zeit.

„Das ist schlichte Mathematik. Wenn wir die Schuldenbremse einhalten und die Beiträge zu den Sozialversicherungen stabil halten wollen, geht es nicht anders. Und die Zahl ist auch nicht unrealistisch – 2019 hatten wir eine Nettozuwanderung von 320.000 Menschen“, rechnete Dürr vor. Daß Menschen, die in der Schule oder auf der Arbeit etwas leisten wollten, abgeschoben würden, zeige, wie katastrophal Deutschland als Einwanderungsland aufgestellt sei, beklagte der FDP-Politiker.

Es müsse endlich Migration über den Arbeitsmarkt stattfinden. Deutschland könne es sich nicht leisten, daß Asylbewerber nicht arbeiten dürften. Er sehe auch keine Gefahr, daß Flüchtlinge anderen hierzulande die Arbeitsplätze wegnehmen könnten. „Der Konkurrenzgedanke ist wirtschaftlich falsch. Denn er unterstellt, daß es einen Arbeitskuchen gibt, der verteilt wird – was totaler Quatsch ist. Denn der Kuchen wird jedes Jahr neu und im besten Fall größer gebacken.“

„Wachstum braucht Migration“

Menschen mit Flüchtlingsstatus sollten deshalb nach dem Willen der FDP ins reguläre Einwanderungssystem wechseln dürfen. „Wenn jemand aus humanitären Gründen in Deutschland lebt und sich gut integriert hat, eine Ausbildung anfängt oder einen Job findet, wäre es ja Quatsch, denjenigen auszuweisen, damit er sich anschließend wieder um Einwanderung bewirbt.“

Es sei absurd, daß Ingenieure über das Asylsystem kommen müßten, anstatt über das normale Einwanderungssystem. Unter den Asylbewerbern seien viele, die besser über reguläre Wirtschaftsmigration kommen sollten. „Warum schickt man die erst auf die Balkanroute?“

Auf die Frage, ob Deutschland im Falle eines wirtschaftlichen Abschwungs dann jährlich weniger Einwanderer als eine halbe Million aufnehmen sollte, antwortete Dürr: „Vielleicht. Aber man darf da nicht so statisch denken. Um aus Krisen herauszukommen, braucht es Wachstum, und für Wachstum braucht es wiederum Migration.“ (krk)

Einwanderer lernen in einem Sprachkurs Deutsch (Archivbild) Foto: (c) dpa
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