Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl (Archivbild), Anetta Kahane Fotos: picture alliance/Christoph Soeder/dpa / dpa / JF-Montage
Amadeu-Antonio-Stiftung

Kahane beklagt „barsche“ Abriegelung von Asylunterkünften

BERLIN. Die Vorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung, Anetta Kahane, hat die Abriegelung von Asylunterkünften bei Verdachtsfällen auf eine Coronainfektion beklagt. „Flüchtlingsunterkünfte werden teilweise barsch abgeriegelt, wer sich drinnen infiziert, hat Pech gehabt. Der Unterricht für Kinder in solchen Heimen, die keine Computer haben, fällt eben einfach aus“, schrieb sie in einem Beitrag für die Frankfurter Rundschau. Das sei ein Rückfall in alte Muster von „wir“ und „die“.

Kahane forderte, die Menschen sollten in der Krise zusammenhalten. Dabei müßten auch die eingeschlossen werden, die keine „Volksdeutschen“ seien. „Das ist nicht selbstverständlich. Rassismus geht nicht weg durch Hände waschen.“ In dem Zusammenhang kritisierte sie, die öffentliche Wahrnehmung konzentriere sich nur auf die Folgen durch die Ausgangssperren für Deutsche. „Lagerkoller gibt es nur für Deutsche. Unter anderem in Ermangelung von Klopapier.“

Asylbewerber randalieren wegen Quarantäne 

„Rechtsextremen“ warf die ehemalige Stasi-IM vor, durch Verschwörungstheorien in den sozialen Medien Unsicherheit und Panik zu verbreiten. Sie phantasierten über das Ende des Systems und gäben an allem den Juden die Schuld.

Im thüringischen Suhl war es in den vergangenen Wochen in einer Unterkunft für Asylbewerbern zu Randale wegen Quarantänemaßnahmen gekommen. Zuvor war bei einem Bewohner das Coronavirus nachgewiesen worden. Rund 20 Männer versuchten daraufhin, das Gelände zu verlassen und attackierten Polizisten. Den Sicherheitskräften gelang es, die Situation durch die Verlegung der Verantwortlichen aus Georgien und den Maghreb-Staaten zu beruhigen. (ag)

Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl (Archivbild), Anetta Kahane Fotos: picture alliance/Christoph Soeder/dpa / dpa / JF-Montage

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