DÜSSELDORF. Die AfD in Nordrhein-Westfalen hat mit Entsetzen auf die Äußerungen eines Grünen-Kandidaten für die Kommunalwahl reagiert. Jonas Stickelbroek, der für einen Sitz im Stadtrat von Krefeld antritt, hatte auf Twitter unter anderem gefordert, den nächsten CDU-Parteitag im ,,Gulag‘‘ stattfinden zu lassen. Als Gulag wird das Strafgefangenensystem der Sowjetunion bezeichnet. Schätzungsweise 4,5 Millionen Menschen starben in den Lagern.
Außerdem hatte Stickelbroek, der sich selbst auch als Sprecher der Grünen Jugend Krefeld bezeichnete, Polizisten pauschal als Tiere verunglimpft. Nachdem Thüringens Ministerpräsident, Bodo Ramelow (Linkspartei), einem AfD-Politiker den Mittelfinger im Plenum des Parlaments gezeigt hatte, bezeichnete Stickelbroek die AfD-Politiker als Faschisten und forderte, sie aufzuhängen, wie das Portal ,,FlinkFeed‘‘ zuerst berichtet hatte.

,,CDU ins Gulag, AfD-Politiker aufhängen – Grüner Ratskandidat läßt seinen Mordphantasien freien Lauf‘‘, kritisierte die nordrhein-westfälische AfD. Sie warnte vor der Wahl der Grünen. Diese diskreditiere immer wieder moralisch die Unterstützer der AfD, wehre jede Kritik an der ,,Antifa‘‘ ab und schicke sich an, Regierungspartei zu werden. Wer diese Zustände nicht hinnehmen will, solle bei der Kommunalwahl AfD wählen. Die Grünen in Krefeld äußerten sich auf Anfrage der JUNGE FREIHEIT nicht zu dem Vorgang.
Grünen-Kandidat beschimpft Polizei
Über einem Bild, auf dem ein Bus der Polizei zu sehen ist, forderte Stickelbroek: ,,Tiertransporte stoppen‘‘. Es ist nicht das erste Mal, daß Mitglieder der Grünen Jugend ihren Haß gegenüber der Polizei zum Ausdruck bringen. Im November vergangenen Jahres hatte die Grüne Jugend Hamburg gegen das Hamburger Polizeigesetz demonstriert. Dort wurde unter anderem die Parole ,,Ganz Hamburg haßt die Polizei‘‘ skandiert.
In der vergangenen Woche forderte die Parteijugend der Grünen eine ,,grundlegende Neausrichtung‘‘ der Polizei. Darin nennt sie als Ziel, die,,staatliche Gewalt als Mittel zur Konfliktlösung nach und nach zu verdrängen und durch Prävention und Kooperation zu ersetzen“. (jv)