Ordnungsamt (Archivbild)
Ordnungsamt (Archivbild) Foto: picture alliance/Fotostand
Verstöße gegen Corona-Maßnahmen

750 Gäste bei Clan-Beerdigung: Stadt Essen weist Vorwürfe zurück

ESSEN. Die Stadt Essen hat Vorwürfe zurückgewiesen, sie habe Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen auf der Beerdigung eines Clan-Mitglieds am Donnerstag nicht geahndet. „Aus Sicht der Stadt Essen ist die Beerdigung ruhig verlaufen ist. Das liegt vor allem daran, daß die Familie sich kooperativ gezeigt hat und den Besuch der Beerdigung weitestgehend geregelt hat“, sagte eine Sprecherin der Stadt der Bild-Zeitung.

Ihr zufolge waren bis zu 750 Personen anwesend. Eigentlich sind bei Beerdigungen in Essen wegen der Corona-Krise derzeit maximal 150 Personen erlaubt. Auf Fotos ist zu sehen, wie mindestens rund 200 Gäste dicht an dicht am Grab stehen. Auch das Ordnungsamt sei mit mehreren Beamten vor Ort gewesen, allerdings habe es nicht eingreifen müssen, teilte die Sprecherin mit. „Es sind jeweils 150-Personen-Gruppen nacheinander ans Grab gegangen, um sich zu verabschieden. Das hat aus Sicht des Kommunalen Ordnungsdienstes vor Ort gut funktioniert.“

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„Pate von Berlin“, Hells Angels und Rapper anwesend

Die Bild-Zeitung meldete hingegen, daß dies nicht der Fall gewesen sei. Hunderte Gäste hätten sich direkt am Grab versammelt. Die wenigsten von ihnen hätten eine Maske getragen. Beerdigt worden war demnach ein hochrangiges Mitglied des Al-Zein-Clans. Dessen Sohn Bilal H., der „Pumpgun Bilal“ genannt werde, sei den Sicherheitsbehörden als Szenegröße bekannt. Mitanwesend waren dem Blatt nach auch der selbsternannte „Pate von Berlin“, Mahmoud Al-Zein, mehrere hochrangige Mitglieder der „Hells Angels“ sowie der Rapper Manuellsen.

Der Al-Zein-Clan stammt aus Südostanatolien und ist über den Libanon nach Deutschland gekommen. Er ist vor allem in Niedersachsen und Berlin aktiv. Deutschlandweite Aufmerksamkeit erlangte die Großfamilie Ende 2014, als mehrere ihrer Mitglieder das Berliner Kaufhaus des Westens (KaDeWe) überfielen. Ende Mai dieses Jahres gerieten Mitglieder in den Fokus der Polizei Niedersachsen, weil sie eine Polizistin in Peine solange bedroht haben sollen, bis diese sich zum Umzug gezwungen sah. (ls)

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