Nach „Spiegel“-Geschichte

Weidel weist Bericht über Bündnis mit Höcke zurück

BERLIN. AfD-Fraktionschefin Alice Weidel hat Medienberichte zurückgewiesen, sie habe ein Bündnis mit „Flügel“-Chef Björn Höcke geschlossen. „Von einem Bündnis zu sprechen ist völliger Unsinn. Ich betreibe keine Paktiererei innerhalb der Partei. Als Fraktionsvorsitzende ist es aber natürlich meine Aufgabe stets dialogbereit zu sein. Es tut der Partei mit Sicherheit gut, wenn Konflikte und Meinungsverschiedenheiten intern ausgefochten werden und nicht über die Medien“, sagte Weidel der JUNGEN FREIHEIT

Zuvor hatte die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf den Spiegel von einem Pakt zwischen Weidel und dem Thüringer AfD-Vorsitzenden berichtet. Dem Nachrichtenmagazin zu folge hätten sich beide mehrfach getroffen und vereinbart, sich nicht mehr gegenseitig öffentlich anzugreifen.

In der Vergangenheit hatte Weidel teilweise deutliche Kritik an Höckes Positionen geäußert. Als dieser im Januar 2017 mit einer geschichspolitischen Rede, in der er eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ forderte, für Schlagzeilen sorgte, warf Weidel ihm vor, damit der Akzeptanz der Partei bei den Bürgern zu schaden.

Kubitschek soll vermittelt haben

Der Burgfrieden zwischen Höcke und Weidel soll dem Bericht nach von dem Verleger Götz Kubitschek vermittelt worden sein. „Alle Beteiligten sind sich einig darin, daß die Befriedung der Partei eine der wichtigsten Aufgaben überhaupt ist“, zitiert das Blatt Kubitschek.

Kubitschek ist ein enger Vertrauter Höckes und einer der maßgeblichen Mitbegründer des Instituts für Staatspolitik (IfS). Für die kommende IfS-Sommerakademie auf dem Anwesen Kubitscheks in Schnellroda ist auch AfD-Fraktionschefin Weidel als Gastrednerin angekündigt.

Erst am Mittwoch hatten sich mehrere führende AfD-Politiker mit deutlicher Kritik am „Flügel“ und Höcke an die Öffentlichkeit gewandt. Anlaß war das jüngste Kyffhäusertreffen des „Flügels“ und der dortige Auftritt Höckes. Weidel hatte sich, wie ihr Co-Fraktionsvorsitzender Alexander Gauland, nicht an dem öffentlichen Aufruf gegen Höcke beteiligt. (krk)

AfD-Fraktionschefin Alice Weidel Foto: picture alliance/Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Unterstützung

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen

aktuelles

All articles loaded
No more articles to load